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Marktbericht : Hongkong erschreckt Börsianer

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Demonstrantinnen am Flughafen von Hongkong. Bild: Reuters

Die sich zuspitzende Lage in Hongkong setzte am Montag die Aktienkurse in Europa unter Druck. Doch mit der Entspannung machten sich auch die Börsianer wieder lockerer.

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          Die Aktienmärkte haben ihre anfänglich kräftigen Kursgewinne bis zum Montagmittag abgegeben. Der deutsche Standardwerteindex Dax, der in der Spitze um 1,2 Prozent gestiegen war, notiert mittlerweile kaum verändert bei 11.688 Punkten, ebenso wie der europäische Aktienindex Eurostoxx 50 mit 3333 Punkten.

          Zwischenzeitlich standen die Kurse angesichts der sich zuspitzenden Protestwelle in Hongkong auch schon tiefer. Demonstranten hatten in Hongkong den Flughafen teilweise besetzt. Die Stadtverwaltung hatte Reisende aufgefordert, das Gebäude zu verlassen, sämtliche Flüge wurden gestrichen. Der Flughafen gilt als wichtiges Drehkreuz in Südostasien und ist einer der belebtesten Airports weltweit.

          Die Polizei führte demonstrativ ihre Wasserwerfer vor, die nach pro-demokratischen Protesten 2014 angeschafft, aber noch nie eingesetzt wurden. Am Wochenende war die Polizei abermals mit Tränengas gegen Demonstranten vorgegangen.

          Die Proteste hatten zudem den Dollar-Kurs nach oben getrieben. Gegen der Euro wertete der Greenback auf 1,1162 Dollar auf. Hintergrund seien Äußerungen eines chinesischen Regierungsvertreters gewesen, wonach sich die Lage in Hongkong an einem kritischen Scheidepunkt befinde, sagte Ulrich Leuchtmann, Chef-Devisenanalyst bei der Commerzbank. Das ließ Befürchtungen aufkommen, Peking könne wie einst 1989 militärisch gegen die Demonstranten vorgehen. Mittlerweile aber haben die Demonstranten das Flughafengebäude wieder verlassen. Der Dollar wertete daraufhin wieder auf 1,1207 Dollar für den Euro ab.

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          Dass sich die Aktienkurse nicht erholen, ist dem herrschenden Umfeld geschuldet. Konjunktursorgen, der schwelende Handelsstreit zwischen den Vereinigten Staaten und China und die Regierungskrise in Italien belasten die Märkte. Die große Verkaufswelle sei vorerst vorbei, sagt indes Thomas Altmann, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter QC Partners. Nun hielten die Anleger die Füße still: "Viele haben Angst, zu früh zu  kaufen. Und mindestens genau so viele haben Angst, ihre Aktien jetzt zum falschen Zeitpunkt zu verkaufen." Auch in den Vereinigten Staaten signalisierten die Futures einen schwächeren Handelsstart.

          Analyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets sieht den Dax „weiter in der Hand der Bären“, also der Kurspessimisten. Die Gefahr einer Rezession steige weltweit, „weil die Wahrscheinlichkeit dafür schwindet, dass die Amerikaner einen Handelsvertrag mit China zustande bekommen“.

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