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Trotz schwacher Wall Street : Dax-Verluste halten sich in Grenzen

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Trotz großer Verluste an der Wall Street am Vortag bleiben am Mittwoch die Abschläge im Dax moderat. Bild: dpa

Die Anlegerflucht an der Wall Street am Vortag sowie negative Nachrichten rund um die Brexit-Entscheidung haben deutsche Aktien am Mittwoch unter Druck gesetzt. Die Verluste fallen aber geringer aus als erwartet.

          Der Dax fällt am Vormittag um 1,13 Prozent auf 11 207 Punkte. Der M-Dax, der die Aktien mittelgroßer Unternehmen beinhaltet, verliert zur gleichen Zeit 0,93 Prozent auf 23.174 Zähler.  Vor Beginn der fünftägigen Debatte über den EU-Austritt Großbritanniens hatte das britische Parlament der Regierung eine empfindliche Niederlage bereitet. Die Abgeordneten entschieden, dass die Regierung die Rechte des Parlaments missachtet hat. Für Premierministerin Theresa May ist dies ein weiterer Rückschlag. Ohnehin werden ihr nur geringe Chancen zugestanden, eine Mehrheit für ihr Abkommen bei der geplanten Abstimmung am 11. Dezember im Parlament zu erreichen.

          An der Wall Street hatten am Vorabend Konjunktursorgen und Zweifel an der Nachhaltigkeit des jüngsten Handelsdeals von Amerika mit China Verluste ausgelöst. Der Dow-Jones-Index knickte um über 3 Prozent ein, der technologielastige Nasdaq 100 sackte sogar um fast 4 Prozent ab.

          „Cash is King“, stellte Barclays-Marktstratege Emmanuel Cau fest. Im eigentlich guten Aktienmonat Dezember scheine niemand wirklich an eine Jahresendrally zu glauben. Die anhaltende „Flucht in Sicherheit“ und entsprechend niedrige Aktienquote biete mit Blick auf die kommenden Monate jedoch besonders gute Chancen.

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          Als recht positiv bewerteten Börsianer das Treffen der deutschen Autobosse mit Präsident Trump und weiteren Vertretern der amerikanischen Regierung am Vortag. VW, Daimler und BMW wollen mit großen Investitionen in den Vereinigten Staaten die Autozölle für Importe aus Europa verhindern. Die Aktien der drei Fahrzeughersteller verbuchten am Morgen unterdurchschnittliche Kursrückgänge zwischen 0,3 und 0,7 Prozent.

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          Wachstumssorgen haben derweil europäische Technologiewerte am Mittwoch ins Wanken gebracht. Im Dax zählten Infineon mit einem Abschlag von 2,4 Prozent auf 18,36 Euro zu den größten Verlierern. Titel von SAP gaben bis zu 2,2 Prozent ab. Papiere von STMicroelectronics in Paris verloren mehr als zwei Prozent. Händlern zufolge folgten die Anleger den Kursverlusten an den amerikanischen Börsen. Dort waren konjunktursensible Technologiewerte unter die Räder gekommen, da sich Investoren um das weltweite Wirtschaftswachstum sorgten. Der amrikanische Halbleiter-Index Sox war um fünf Prozent eingebrochen.

          Die Stimmung verdüsterte auch der in Taiwan ansässige Chiphersteller Nanya Technologies, dessen Aktien um mehr als acht Prozent abstürzten. Der Lieferant für Speicherchips verzeichnete im November Umsatzrückgänge in Höhe von knapp 20 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Das Unternehmen begründete die Schwäche mit negativen Auswirkungen des Zollstreits. Nanya schraubte deshalb auch die anvisierten Auslieferungsziele für das vierte Quartal nach unten.

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