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Aktienmärkte : Dax im Minus

Blick in den Handelssaal der Frankfurter Börse Bild: Wolfgang Eilmes

Der Preis für amerikanisches Leichtöl der Marke WTI ist am Montag gleichsam kollabiert. Dieser Belastung kann sich auch der deutsche Aktienmarkt nicht entziehen.

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          Nachdem sich bei einem klein angelegten Experiment an Affen mit dem Mittel Remdesivir Erfolge bei der Behandlung von Covid-19 gezeigt haben, setzten die Aktienmärkte am Freitag auf ein rasches Ende der Krise und medizinischen Bedrohung. Der S&P-500-Index legte um 2,7 Prozent auf 2875 Punkte zu.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das, so hieß es zunächst, sollte am Montag auch den deutschen Aktienmarkt weiter beflügeln, der am Freitag schon 3,1 Prozent fester mit 10.626 Punkten aus  dem Handel gegangen war. Die Hoffnungen reduzierten sich indes im Vorfeld und gegen MIttag rutschte der Dax mit 0,7 Prozent ins Minus auf 10.549 Punkte. Der mit 100 Werten den Markt breit abbildende F.A.Z.-Index fällt um 0,5 Prozent auf 1925 Zähler.

          Belastend wirkt sich der Kollaps des Preise für amerikanisches Leichtöl WTI aus. Dieser ist auf weniger als 14 Dollar je Barrel und damit auf ein 21-Jahres-Tief gefallen. Es gibt Sorgen, dass im Zuge des Nachfrageeinbruchs die Öl-Lagerstätten in Amerika nicht mehr ausreichen könnten. Was den deutschen Aktienmarkt ins Minus drückt, ist vornehmlich das damit verbundene weitere Absacken der Terminkontrakte auf den amerikanischen Aktienmarkt, die mittlerweile eine Eröffnung mit einem Minus von 1,6 Prozent anzeigen.

          Die Quintessenz ist: So schnell führt doch der Weg aus der Krise nicht. Auch bei der Heilwirkung von Remdesivir sollte man etwas nüchterner sein. Die vorläufigen Studienergebnisse wurden noch nicht unabhängig begutachtet, die Datenlage ist eher dürftig, mehr anekdotisch als umfassend, heißt es von Analysten. Positiv ist, dass immerhin die Verträglichkeit des Mittels schon erprobt wurde. Denn Remdesivir wurde eigentlich zur Behandlung von Ebola entwickelt, erwies sich da aber als weitgehend wirkungslos.

          F.A.Z.-Index

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          Deutlich unter Druck stehen wieder die Autowerte. Daimler verlieren trotz Ende des Produktionsstillstands 3 Prozent, die Zulieferer Infineon und Continental deutlich mehr als 2 Prozent. Daimler werden zusätzlich belastet von einer Kuszielsenkung durch die Deutsche Bank von 50 auf 35 Euro. Die Befürchtungen, dass der Liquiditätsverbrauch der deutschen Autobauer im ersten Quartal seien ungerechtfertigt gewesen, schreibt Analyst Tim Rokossazwar. Bei Daimler aber bestünden „gewisse Kreditrisiken“.

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