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Börsen unter Druck : Dax fällt auf Zwei-Jahres-Tief

DAX-Anzeigentafel: Wohin es geht? Bild: AFP

Die globalen Aktienmärkte haben am Dienstag eine weitere Abwärtsbewegung begonnen, die in Deutschland den Dax auf ein Zwei-Jahres-Tief geführt hat.

          Aus Sorge vor einer weltweiten Konjunkturabkühlung und zunehmender politischer Risiken haben Anleger am Dienstag in hohem Bogen Aktien aus ihren Depots geworfen. „Schwächere Unternehmenszahlen aus den Vereinigten Staaten sowie die ungelösten Problemfelder Saudi-Arabien, Brexit, Italien und der schwelende Handelskonflikt Amerikas mit China lasten auf den Märkten", sagte Analyst Rolf Schäffer von der Landesbank LBBW.

          Gerald Braunberger

          Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.

          Der Dax fiel um 1,5 Prozent auf ein Zwei-Jahres-Tief von 11.350 Punkten. Investoren deckten sich verstärkt mit der „Antikrisen-Währung" Gold ein. Eine Feinunze (31,1 Gramm) verteuerte sich um 0,8 Prozent auf 1231 Dollar.

          Am Abend zuvor hatte die Wall Street den vierten Tag in Folge mit Kursverlusten geschlossen; am frühen Morgen verzeichneten dann die asiatischen Börsen deutliche Verluste, nachdem ein in den Vortagen begonnener Erholungsversuch in China keinen Bestand hatte. In Japan ermäßigte sich der Nikkei-Index um fast 3 Prozent.

          Dow Jones

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          Händler und Analysten erklärten die Kursverluste vor allem mit der Zunahme geopolitischer Spannungen angesichts der Drohungen Präsident Trumps, atomar aufzurüsten sowie der Unsicherheit über die Entwicklung der Beziehungen des Westens zu Saudi-Arabien. In Europa befinden sich Rom und die EU-Kommission in einem Konflikt über den italienischen Staatshaushalt.

          NIKKEI

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          Dazu treten Befürchtungen über eine Abschwächung der Weltkonjunktur. Nach Schätzungen der Deutschen Bundesbank dürfte die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal nicht mehr gewachsen sein und auch in den Vereinigten Staaten wurden in der jüngeren Vergangenheit mehrere Konjunkturdaten veröffentlicht, die mit der verbreiteten These einer Beschleunigung des Wirtschaftswachstums nicht vereinbar sind.

          Weitere Abwärtsdynamik möglich

          „Wir glauben nicht, dass die Korrektur an der Börse vorüber ist“, meint Mike Wilson von der amerikanischen Investmentbank Morgan Stanley. „Wir glauben immer weniger an die traditionelle Jahresendrallye in diesem Jahr.“ Die bevorstehenden Wahlen zum amerikanischen Kongress trügen zur Unsicherheit bei, heißt es bei Goldman Sachs.

          Die Privatbank Donner & Reuschel hält im Dax ebenfalls eine weitere Abwärtsdynamik für möglich. Der Handelsverlauf an diesem Dienstag sei sehr wichtig, schrieb der charttechnische Analyst Martin Utschneider in einem aktuellen Kommentar.

          DAX ®

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          „Wenn das bisherige Jahrestief bei 11 459 Punkten hält, könnte eine Bodenbildung im Bereich um die 11 500 Punkte stattfinden." Falls nicht, sei eine Beschleunigung der Abwärtsdynamik nicht ausgeschlossen. Die nächste signifikante Unterstützung wäre dann bei 10.800 Punkten.

          Der Experte verwies auf die hohen Verluste an den asiatischen Börsen als Belastung. An den europäischen Börsen sei die Schwäche ebenfalls bekannt. Nun scheine aber noch zusätzlicher Druck durch die amerikanischen Börsen zu entstehen, die sich nun auch im Korrektur-Modus befänden. Zwar laufe die aktuelle Berichtsaison in den Vereinigten Staaten wie erwartet gut, jedoch nutzten viele Investoren die teilweise guten Zahlen für Gewinnmitnahmen.

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