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Beruhigung an den Börsen? : Dax dämmt Verluste vor G-7-Gipfel deutlich ein

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Der Sitz der Deutschen Börse in Eschborn (Hessen). Bild: dpa

Das Treffen der großen Sieben in Kanada macht Anleger auf der ganzen Welt nervös. Dennoch kehrte an den Börsen am Freitagnachmittag etwas ruhe ein – dafür brennt es an anderer Stelle.

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          Der Dax hat am Freitag seine anfangs deutlichen Verluste nach und nach eingedämmt. Offenbar machten die Sorgen vor dem G-7-Gipfel zunehmend Hoffnungen Platz, dass die Regierungschefs der sieben großen Industrienationen bei ihrem Treffen in Kanada bei wichtigen Fragen eine gemeinsame Linie finden. Zudem drehte der Euro nach enttäuschenden Konjunkturdaten aus Deutschland ins Minus, was die Exportchancen der hiesigen Unternehmen begünstigt.

          Am Nachmittag stand der deutsche Leitindex nur noch 0,26 Prozent im Minus bei 12 778,31 Punkten, knüpfte damit aber an seine Vortagstendenz an. Auf Wochensicht steuert das Börsenbarometer indes dank der Gewinne der ersten Wochenhälfte auf einen Kursanstieg von 0,42 Prozent zu. An der Wall Street zeichnete sich zuletzt ein zunehmend stabiler Handelsauftakt ab.

          Der MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen drehte in die Gewinnzone und legte zuletzt um 0,08 Prozent auf 26 721,14 Punkte zu. Der Technologiewerte-Index TecDax fiel noch um 0,35 Prozent auf 2805,61 Zähler. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,34 Prozent auf 3448,02 Punkte nach unten.

          DAX ®

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          Post vor größtem Tagesverlust seit 2008

          Unternehmensseitig sah die Agenda am deutschen Markt am Freitag dünn aus. Aktien der Deutschen Post sackten nach einer Gewinnwarnung des Logistikkonzerns am Dax-Ende um 5,48 Prozent ab. Die Aktien der Commerzbank und der Deutschen Bank konnten nicht von angeblichen Fusionsgesprächen profitieren: Sie gehörten mit Kursabschlägen von jeweils rund 1 Prozent zu den schwächeren Werten im Leitindex.

          Ähnlich wie den Bankentiteln erging es den zuletzt deutlich erholten Papieren von Thyssenkrupp: Trotz eines Medienberichts, wonach der Industrie- und Stahlkonzern die Trennung von seiner Werftensparte erwägt, ging es um 1,84 Prozent bergab.

          Am deutschen Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,32 Prozent am Vortag auf 0,24 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,43 Prozent auf 140,88 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,17 Prozent auf 160,46 Punkte. Der Eurokurs sank deutlich auf 1,1747 Dollar. Die EZB hatte den Referenzkurs am Vortag auf 1,1836 (Mittwoch: 1,1765) Dollar festgesetzt.

          DT. BANK

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          Nach einer Prognosesenkung ergriffen Anleger der Deutschen Post die Flucht. Die Aktien sackten um bis zu neun Prozent auf ein Eineinhalb-Jahres-Tief von 29,75 Euro ab und waren mit Abstand größter Dax-Verlierer. Der Konzern peilt für dieses Jahr nur noch einen operativen Gewinn (Ebit) von 3,2 statt zuvor 4,15 Milliarden Euro an. „Dass das Briefgeschäft nicht gut läuft, war bekannt, aber dass es so schlecht ist, wurde nicht erwartet“, sagte ein Händler. Die neue Prognose liege deutlich unter den Markterwartungen, sagte ein anderer Händler.

          COMMERZBANK

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          Gipfeltreffen in Kanada sorgt für Unruhe

          In Amerika haben Kursverluste des Index-Schwergewichts Apple der Wall Street zum Wochenschluss zugesetzt. Der amerikanische Standardwerteindex Dow Jones verlor zur Eröffnung am Freitag 0,1 Prozent. Der technologielastige Nasdaq, der am Donnerstag ein zwischenzeitlich ein Rekordhoch markiert hatte, gab 0,4 Prozent nach.

          THYSSENKRUPP

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          Die Aktien von Apple fielen um 1,3 Prozent auf 191 Dollar. Einem Bericht der japanischen Wirtschaftszeitung „Nikkei“ zufolge ordert der iPhone-Hersteller für das zweite Halbjahr 20 Prozent weniger Komponenten bei seinen Zulieferern. Apple rechne 2018 mit Auslieferungen von 80 Millionen seiner Smartphones. Zur gleichen Zeit im vergangenen Jahr habe der Konzern noch mit 100 Millionen Geräten kalkuliert. Vor diesem Hintergrund büßten die Chiphersteller AMD, Intel, Micron und Qualcomm bis zu 2,7 Prozent ein.

          Kopfschmerzen bereitete Investoren außerdem das Treffen der Staats- und Regierungschefs der sieben größten Industrienationen (G 7). Dort droht wegen der Handelspolitik offener Streit. Die jüngsten Äußerungen von beiden Seiten dämpften die Hoffnungen auf eine Einigung, sagte Craig Erlam, Marktanalyst des Brokerhauses Oanda.

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