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Das Renditedreieck : Kaum Verluste mit deutschen Aktien möglich

Wer sich an Aktien aus dem Dax orientiert hat, hat in den vergangenen Jahrzehnten kaum Verlust gemacht. Bild: dpa

Das Renditedreieck ist keine Gewähr für erfolgreiche Geldanlage in der Zukunft – es zeigt aber eine beeindruckende Vergangenheit. Es lohnt sich, einen Blick zurückzuwerfen.

          Wer immer etwas gegen Aktien sagt, dem kann man das Renditedreieck unter die Nase halten. Es zeigt das Ergebnis von 68 Jahren wirtschaftlichem Aufschwung und starken deutschen Unternehmen. Niemand, der in dieser Zeit in ein am Dax orientiertes Aktienportfolio investiert hat und es bis heute behalten hat, musste Verluste erleiden. Niemand! Das zeigt die ganz rechts stehende Spalte des Dreiecks. Das ist das Ergebnis bis Ende 2017. Alle Zahlen sind blau hinterlegt. Ganz oben: 13 Prozent. Das ist der Dax-Anstieg 2017. Darunter 10 Prozent. Wer Ende 2015 Aktien gekauft hat, blickt auf eine durchschnittliche jährliche Rendite von 10 Prozent in den beiden Jahren.

          Daniel Mohr

          Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Woche.

          Selbst die unglücklichsten Kaufzeitpunkte lassen sich mittlerweile verschmerzen. Wer Ende 2007 Aktien kaufte, also kurz bevor die Finanzkrise die Aktienmärkte erschütterte, der blickt heute auf eine durchschnittliche jährliche Rendite von 5 Prozent. Und wer kurz vor dem Platzen der Dotcom-Blase investierte, ist längst aus dem Minus heraus und schlägt das Tagesgeldkonto um Längen.

          Tiefblaue Renditen von oft jährlich 8 Prozent

          Die zwei wichtigsten Grundregeln der Aktienanlage lehrt dieses vom Deutschen Aktieninstitut entwickelte Renditedreieck sehr eindrücklich: Streuung und Geduld sind das A und O. Das Renditedreieck für eine einzelne Aktie sähe ganz anders aus. Viel höhere Ausschläge und viel mehr Rot wären zu sehen. Und bei einigen Werten wäre auch die ganz rechte Spalte rot – also trotz Geduld Verluste für den Anleger. Die Commerzbank-Aktie ist ein solcher Fall. Auch die Telekom-Aktie, zum falschen Zeitpunkt gekauft, läge noch im Minus. Und auch Insolvenzen börsennotierter Unternehmen können Aktienvermögen unbarmherzig vernichten. Wer sein Geld aber streut, also viele verschiedene Aktien kauft oder gleich einen börsengehandelten Indexfonds (ETF) oder einen aktiv gemanagten Aktienfonds, der mindert das Verlustrisiko ganz erheblich. Im Falle des Dax der vergangenen 68 Jahre sogar auf null.

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          Allerdings nur unter der Bedingung der Geduld. Das zeigt das Renditedreieck auch. Wer im Jahr 2002 oder 2008 die Nerven verloren hat, wird mit erheblichen Verlusten aus seinem Aktienengagement herausgegangen sein. Die schwarzen Treppenstufen im Dreieck zeigen die Anlagedauer in Jahren. Nach fünf Jahren sind noch einige rote Tupfer im Dreieck. Nach zehn Jahren liegen nur die ungünstigsten Fälle noch um Renditen von null. Aber wer auf die Dauer einer sinnvollen Altersvorsorge von 30 Jahren Ansparzeit und länger schaut, wird nur noch tiefblaue Renditen von oft jährlich 8 Prozent und mehr finden – alles vor Steuern.

          Doch es gibt den berechtigten Einwand der Aktienskeptiker: Vergangenheitsbetrachtungen schön und gut, aber wer garantiert mir das auch für die Zukunft? Niemand. So ist es. Die Zukunft ist ungewiss. Diesen Einwand brachten die Skeptiker übrigens schon immer, egal ob der Dax auf 5000, 8000 oder 10.000 Punkten stand. Und jetzt mit einem Dax nahe seines Rekordhochs von gut 13.500 Punkten natürlich erst recht. Die Garantie für steigende Kurse gibt es nicht. Es gibt die Garantie, an der Entwicklung deutscher Unternehmen zu partizipieren, an deren Gewinnen, an deren Technologien. Das lief die vergangenen 68 Jahre ganz ausgezeichnet. Deutsche Waren sind global gefragt, die Gewinne auf Rekordhoch. Das muss so nicht bleiben, aber wenn, dann können die Aktionäre das Renditedreieck den Skeptikern noch häufig unter die Nase halten.

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