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Türkei : Das Misstrauen gegenüber der Lira ist zurück

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Banknoten der türkischen Währung Lira Bild: Reuters

Trotz erster Schritte der geldpolitischen Normalisierung nimmt der Druck auf die türkische Währung wieder zu.

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          Die Türkei hat am Dienstag weitere Schritte zu einer Normalisierung der Finanzbranche bekanntgegeben, von denen sie eine Stabilisierung der Finanz- und Wirtschaftslage erhofft. Der Devisenmarkt honorierte dies nicht. Die Lira, nach monatelangem Abwärtstaumel in den Vorwochen stark erholt, wertet wieder ab. Der am Wochenende begonnene Prozess setzte sich Dienstag fort. Hatte der Dollar am Donnerstag nach Bekanntgabe der Leitzinserhöhung noch 7,55 Lira gekostet, so mussten jetzt in der Spitze wieder bis zu 8 Lira je Dollar gezahlt werden.

          Ähnlich volatil war der Handel mit Euro. Wurde er vor fünf Tagen noch unter 9 Lira gehandelt, wurden dafür bis zu 9,55 Lira verlangt. Der neuerliche Schwächeanfall fällt zusammen mit neuen Maßnahmen zur Covid-19-Bekämpfung und Spannungen im Gas- und Libyen-Konflikt. Andererseits setzten Regierung und Notenbank ihren Kurs der Normalisierung und größeren Transparenz fort. So schaffte die Notenbank einige zinspolitische Maßnahmen ab, um für mehr Eindeutigkeit im Instrumentenkasten zu sorgen. In die Kategorie gehört der nun von der Bankenaufsicht angekündigte Wegfall von Vorgaben für Mindestausleihungen an lokale Banken. Die gelten als Grund für den Kreditboom, der laut Ratingagenturen zu faulen Krediten führen könnte.

          Euro/Lira

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          Der Wegfall half auf kurze Sicht Bankaktien an der Börse. Langfristig soll auch er dazu beitragen, die Inflation von 12 Prozent Richtung 5 Prozent zu drücken. Einer der Notenbanker bekräftigte den neuen Kurs zu höheren Zinsen und einer aktiveren Inflationsbekämpfung. Damit werde man die Lira stabilisieren und das Vertrauen der Bürger in die Währung wiederherstellen.

          Die Flucht türkischer Anleger in Devisen und Edelmetalle hatte sich zuletzt noch verstärkt. Mitte November kletterte der Bestand mit 225,75 Milliarden Dollar auf eine neue Rekordhöhe. Noch fehlt Anlegern aber sichtlich das Vertrauen in Regierung, Notenbank und Lira.

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