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Aktienmärkte : Das Heilmittel gegen Anlegersorgen

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Diese Börsenwoche könnte wegweisend für Sommer und Herbst werden. Bild: AFP

Die neue Börsenwoche könnte wegweisend für Sommer und Herbst werden. Die Welle der Quartalsberichte kommt ins Rollen, vor allem Amerikas Konzerne sollen es richten.

          Eine starke Bilanzsaison für das zweite Quartal könnte die Börsenampeln wieder auf Grün springen lassen. Doch die Frage, wie stark der Handelsstreit zwischen den Vereinigten Staaten und China die Konjunktur bremst, überschattet die Vorfreude auf den Reigen an Firmenzahlen in der neuen Woche. „Ein möglicher Handelskrieg bedroht die globalen Produktionsketten und sorgt bei den Investoren weltweit für Nervosität“, erklärte Helaba-Stratege Ulf Krauss. In der zurückliegenden Woche hatten neue Zolldrohungen von Präsident Donald Trump gegen China die Finanzmärkte durchgerüttelt. Der Dax schloss am Freitag mit 12.540 Punkten 0,4 Prozent über seinem Niveau vor Wochenfrist.

          Entscheidend für die weitere Richtung wird vor allem der Blick der Unternehmen in die Zukunft sein. „Die Frage ist, wie stark sich ein Handelskrieg nach Meinung der Firmen auf ihre Geschäfte niederschlagen könnte“, sagte Marktexperte Ewout van Schaick vom Vermögensverwalter NN Investment Partners. Wegen der Zuspitzung im Zollstreit seien bereits einige Dividendenprognosen hierzulande gesenkt worden, betonte Commerzbank-Stratege Andreas Hürkamp. Steigende Gewinnbeteiligungen für die Aktionäre seien ein wichtiger Treiber der Dax-Rally der vergangenen Jahre gewesen.

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          Nach Einschätzung von Analyst Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Markets setzen Anleger darauf, dass die Zentralbanken die Zügel angesichts der Gefahren für das Wirtschaftswachstum etwas lockerer lassen. „Und das wiederum ist jetzt der Nährboden, auf dem sich die nächste Erleichterungsrally entlädt.“ Stanzl zufolge könnte der Dax somit die charttechnisch wichtige Marke von 12.600 Punkten in Angriff nehmen.

          Amerikas Wirtschaft dreht weiter auf

          Die fundamentalen Aussichten für die Aktienmärkte sind der Bank M.M. Warburg zufolge weiter gut. „Solange keine neue Rezession droht, sollten die Aktienkurse zulegen, denn trotz der vielen negativen Nachrichten sind die Gewinnerwartungen angestiegen.“ In Amerika sorgten Steuerreform, höhere Staatsausgaben und die Deregulierung wichtiger Wirtschaftszweige für konjunkturellen Rückenwind. „Auch für die Deutschland beziehungsweise die Eurozone sind wir weiter optimistisch, auch wenn man sich hier auf erhöhte Trump-Tweet-bedingte Volatilität einstellen muss.“

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          Bei den amerikanischen Wirtschaftsdaten werden Anleger am Montag genauer auf die Einzelhandelszahlen für Juni hinschauen. Am Donnerstag steht neben den wöchentlichen Arbeitsmarktdaten der Industrieindex der Philly Fed für Juli auf dem Tableau. „In den Vereinigten Staaten spricht mehr und mehr dafür, dass die Wirtschaft im zweiten Quartal so kräftig wie seit fast vier Jahren nicht mehr expandiert hat“, sagte Commerzbank-Ökonom Christoph Balz. Dagegen schwäche sich das Wachstum in China ab. „Nach unserer Einschätzung wirken sich nun der Schuldenabbau und der Abschwung im Immobiliengeschäft aus, während gleichzeitig unter den Banken die Sorgen vor Kreditausfällen zunehmen“, erläuterte Balz. Am Montag will die Volksrepublik Daten zur Industrieproduktion und zum Bruttoinlandsprodukt vorlegen.

          Die Bilanzsaison kommt in Europa und Amerika in der neuen Woche auf Touren. Die Investmentbank Goldman Sachs und der Pharma- und Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson werden am Dienstag erwartet, gefolgt von dem Kreditkartenanbieter Visa, der Bank Morgan Stanley und dem Technologie-Schwergewicht IBM am Mittwoch.

          Für Anleger in Deutschland wird es am Donnerstag besonders spannend, wenn mit SAP der erste Dax-Konzern seine Bücher öffnet. Nach der überraschenden Margenverbesserung zu Jahresanfang rechnen die Analysten des Investmenthauses Baader Helvea für das zweite Quartal mit einer weiteren Verbesserung der Profitabilität bei dem Software-Anbieter. Am selben Tag werden auch Microsoft-Zahlen erwartet. In Japan bleiben die Börsen am Montag wegen eines Feiertages geschlossen.

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