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Devisenmarkt : Das Pfund erreicht neue Tiefstände

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Britische Geldscheine Bild: dpa

Der Kurs des britischen Pfunds steht unter Druck. Gegen den Euro reichte es fast zu einem Zehn-Jahres-Tief, bevor sich der Trend kurzfristig gedreht hat.

          Der Kurs des britischen Pfunds hat am Montagmorgen wegen der Sorgen um die Folgen eines ungeregelten Austritts Großbritanniens aus der EU mit 1,0724 Euro zeitweilig den tiefsten Stand seit dem Herbst 2009 erreicht. Damit rückt auch das Rekordtief von 1,0200 Euro aus dem Krisenjahr 2008 immer näher. Auch gegen den Dollar rutschte es zeitweilig bis auf 1,2015 Dollar ab.

          Am Freitag war das Pfund nach den Wachstumsdaten für das zweite Quartal ins Rutschen gekommen. Ein weiterer Schlag war am Morgen der Bericht des renommierten Forschungsinstituts „Institute for Government“ gewesen, das zu dem Schluss gekommen war, dass das Parlament einen ungeregelten Brexit letztlich nicht werden aufhalten können.

          Seitdem konnte das Pfund aber wieder Boden gutmachen. Aktuell werden wieder knapp 1,08 Euro für das Pfund bezahlt. Genannt werden zwei Gründe: Zum einen gibt es einen Bericht der „Times“, wonach eine Parlamentsinitiative Premierminister Boris Johnson zwingen will, den für den 31. Oktober festgelegten Austrittstermin zu verschieben. Marshall Gittler, Chefstratege beim Währungshändler ACLS Global hält dies aber für wenig erfolgversprechend. Zum anderen drückt die Situation in Italien auf den Kurs des Euro, wohingegen die Pfund-Nachfrage in London derzeit beständig sei.

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          Dennoch ist der Pessimismus für das Pfund deutlich zu spüren. In dieser Woche stehen noch Inflations- und Arbeitsmarktdaten an. Weitere Enttäuschungen könnten die wirtschaftlichen Risiken des Brexits wieder in den Vordergrund rücken lassen, sagte Valentin Marinov, Leiter der G10-Währungsabteilung bei der Credit Agricole der Nachrichtenagentur Bloomberg. Positive Überraschungen würden dem Pfund wohl auch nur kurzfristig etwas Luft verschaffen. Jede Aufwertung sei eine Gelegenheit, das Pfund zu verkaufen. Die aktuelle Rally sei wohl eher die Folge von Gewinnmitnahmen in einem Markt, auf dem Verkäufe starkes Übergewicht hätten.

          Die Kombination aus einer schwächelnden einheimischen und globalen Wirtschaft und die steigenden Chacen, dass es zu einem No-Deal-Brexit komme, hielten den Pfundkurs am Boden halten, meint auch  Neil Wilson von Markets.com. Sollte dieses Thema von der Agenda verschwinden, werde der Pfundkurs monetären und wirtschaftlichen Risiken zum Trotz stark steigen.

          GBP/USD

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