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Analysteneinschätzung : 70 Prozent Kurspotential für VW

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VW-Produktion in Emden. Bild: dpa

Die Diesel-Krise ist im VW-Konzern noch nicht endgültig aufgearbeitet. Ein Autoanalyst sieht aber riesiges Kurspotential für die Vorzugsaktie der Wolfsburger. Was ist da dran?

          Die Aufarbeitung der Diesel-Krise ist noch nicht vorbei, aber der Volkswagen-Konzern scheint bei Analysten mit dem Thema nicht mehr groß in Verbindung gebracht zu werden. Eine neue Studie sieht nun ein Kurspotential von fast 70 Prozent der Automobil-Aktie und hat vor allem eine Konzern-Sparte im Visier.

          Der renommierte Autoanalyst Jürgen Pieper hat das Kursziel für die VW-Papiere von 215 auf 270 Euro angehoben. Die Nutzfahrzeugsparte könne dem Aktienkurs zu neuen Höhen verhelfen, schrieb Pieper in seiner Studie. Truck & Bus sei ein Unternehmen, das binnen weniger Jahre zu den führenden im globalen Nutzfahrzeugmarkt gehören könne.

          Zwei der Ursprungsunternehmen - MAN und Scania - gehörten schon seit Jahrzehnten zu den profitabelsten Herstellern schwerer Lkw. Im Verbund mit den lateinamerikanischen Aktivitäten von VW Caminhoes e Onibus sowie der Beteiligungsgesellschaft Navistar dürften sie mittelfristig höheres Wachstum und eine größere Profitabilität erreichen. Einsparungen von mehreren hundert Millionen Euro innerhalb der kommenden fünf Jahre sollten zusätzlich Auftrieb bringen.

          Die Wolfsburger haben einen möglichen Börsengang der Sparte mit schweren Nutzfahrzeugen auf dem Zettel und wollen dabei bis zu 7 Milliarden Euro erlösen. Die Mehrheit an dem Gebilde aus MAN, Scania und der brasilianischen Nutzfahrzeuggesellschaft will VW auch im Fall eines Börsengangs behalten.

          Aktie attraktiv bewertet

          Andere Analysten haben das Thema nicht so sehr im Fokus. Morgan Stanley beispielsweise hat die Einstufung für Volkswagen auf „Equal-weight" mit einem Kursziel von 160 Euro belassen. Negative Währungseffekte, steigende Rohstoffpreise, ein langsameres Absatzwachstum sowie höhere Entwicklungskosten dürften die Gewinnentwicklung der europäischen Autohersteller im laufenden Jahr beeinträchtigen, schrieb Analyst Harald Hendrikse erst kürzlich in einer Branchenstudie.

          VOLKSWAGEN VZ

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          Die britische Investmentbank Barclays rät hingegen  zum Übergewichten mit einem Kursziel von 210 Euro und auch JP Morgan ist mit 213 Euro nicht weit von dieser Einschätzung entfernt.

          Aktuell notiert die VW-Aktie bei 159,18 Euro. Mit einem geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für das laufende Jahr von weniger als 6 ist die Aktie sehr attraktiv bewertet. Hinzu kommt eine Dividendenrendite von 3,4 Prozent, die 2019 fast 4 Prozent erreichen könnte. Sollte sich die Einschätzung des Autoanalysten Jürgen Pieper als zutreffend erweisen, wäre das durchaus im Sinne langjähriger VW-Aktionäre.

          Diese haben auf Sicht der vergangenen drei Jahre knapp 24 Prozent mit den Vorzugsaktien des Automobilkonzerns verloren. Wer erst 2017 bei VW eingestiegen ist, konnte indes besser abschneiden und einen Gewinn von mehr als 17 Prozent erzielen.

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