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Nach Geldwäsche-Skandal : Der Danske Bank laufen die Privatkunden weg

  • Aktualisiert am

Die Danske Bank verliert viele Privtkunden. Bild: Reuters

Der skandalgeschüttelten Danske Bank laufen die Privatkunden weg. Auch an der Börse sieht es für Aktie des größtes dänischen Finanzinstitut nicht gut aus.

          Die Danske Bank hat im Zuge des Geldwäsche-Skandals in Estland 11.000 Privatkunden in Dänemark verloren. Das entspricht 0,8 Prozent ihrer Privatkunden in dem skandinavischen Land, wie aus den am Freitag veröffentlichten Jahreszahlen der dänischen Bank hervorgeht.

          Die Kundenzufriedenheit sei 2018 gesunken, auch unter den Geschäftskunden in Dänemark sowie in geringerem Ausmaß in Schweden habe man einen negativen Effekt gespürt, erklärte die Bank. Der Jahresüberschuss lag bei rund 15 Milliarden dänischen Kronen (2,01 Milliarden Euro) und war damit um gut 28 Prozent niedriger als im Vorjahr. Damit lag die Konzernführung unter ihren ursprünglichen Erwartungen.

          Die Bank sei ihrer Verantwortung angesichts der Fehler und der langsamen und unzureichenden Reaktion darauf nicht gerecht geworden, räumten Verwaltungsratschef Karsten Dybvad und der Interimsvorstandsvorsitzende Jesper Nielsen ein. Man habe Vertrauen verloren, Vertrauen schaffen sei das Wichtigste für eine Bank. Nun hat man verstärkte Bemühungen zur Bekämpfung von Geldwäsche angekündigt. Als Konsequenz aus dubiosen Geschäften in Estland sind dazu in den nächsten drei Jahren Investitionen von umgerechnet bis zu 270 Millionen Euro vorgesehen, wie das Management am Freitag mitteilte. Ziel sei es, Qualität und Effizienz der Kontrollen zu erhöhen.

          Die Danske Bank steht im Zentrum eines der größten Geldwäscheskandale in Europa mit einem Volumen von rund 200 Milliarden Euro. Zuletzt hatte die dänische Staatsanwaltschaft gegen die größte Geschäftsbank des Landes Anklage erhoben. Dabei geht es um mutmaßliche Verstöße gegen Vorschriften zur Vermeidung von Geldwäsche in der Niederlassung in Estland. Seit Anfang 2018 ist der Kurs der Danske Bank-Aktie  um rund 47 Prozent eingebrochen.

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