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Bridgewater : „Dalios Wette wird teuer für ihn“

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Hedgefonds-Manager Davide Serra glaubt an italienische Banken. Bild: EPA

Der massive Einsatz von Ray Dalios Hedgefonds Bridgewater gegen europäische Aktien beunruhigt manche Anleger. Andere Marktteilnehmer halten Dalios Positionierung für falsch.

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          Der Hedgefonds Bridgewater mit seinem Gründer Ray Dalio hat in der vergangenen Woche mit seinem dezidierten 22-Milliarden-Dollar-Engagement gegen europäische Aktien für Aufruhr in der deutschen Medienlandschaft gesorgt.

          Mittlerweile aber mehren sich Stimmen, die Dalio auf dem Holzweg sehen. Der „Big Short" des gegen italienische Banken werde Dalio teuer zu stehen kommen, sagte etwa Davide Serra, Chef des britischen Hedgefonds-Anbieter Algebris der Nachrichtenagentur Bloomberg. Er sehe „enormen Wert" in den Kreditinstituten des Kontinents, die eine „große Margen-Ausweitung" erleben würden, sobald die Europäische Zentralbank beginne, ihre Politik zu normalisieren und die Zinssätze anzuheben."

          Algebris hat im Gegensatz zu Bridgewater 20 Prozent des verwalteten Vermögens von 10 Milliarden Euro in italienische Bankaktien und -kredite investiert. Italiens Wirtschaftsreformen zahlten sich bereits aus, und das Land kehre zum Wachstum zurück, sagte Serra. Die bevorstehenden Wahlen würden die Märkte nicht stören.

          AIRBUS GROUP

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          Auch andere Investmenthäuser haben abweichende Ansichten. Goldman Sachs etwa zählt zu den 22 Aktien, die es nach der jüngsten Korrektur zu kaufen gelte, mit der französischen Bank BNP Paribas und dem niederländischen Chipausrüster ASML zwei Unternehmen, die Bridgewater auf seiner Leerverkaufsliste hat.

          Auch zeigen sich einige Kenner von Dalios Anlagestil verwirrt. Die amerikanische Wirtschaft habe sich mindestens ebenso gut wie die europäische und die Unternehmensgewinne hätten sich sogar erheblich besser entwickelt. Wette Dalio am Ende darauf, dass ein Crash in Amerika europäische Aktien stärker unter Druck bringen werde?

          Dass Bridgewater nicht unfehlbar ist, zeigte sich jüngst erst bei Airbus. Nachdem das Unternehmen einen positiven Ausblick auf das Jahr 2018 gegeben hatte, war der Kurs am Donnerstag um 16 Prozent auf ein neues Allzeithoch von 95,56 Euro gestiegen. Dalio hatte aber 381 Millionen Dollar gegen Airbus gesetzt, berichtet Bloomberg.

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