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Bericht zu Abgas-Manipulation : Daimler-Aktienkurs fällt

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Daimler-Chef Dieter Zetsche: Sein Konzern ist nach VW nun auch wegen Abgastests stärker ins Visier der amerikanischen Ermittler geraten. Bild: AFP

Die jüngste Erholung am deutschen Aktienmarkt ist am Montag ins Stocken geraten. Unter Druck steht Daimler. Grund ist ein Zeitungsbericht, der eigentlich nichts Neues enthält.

          Die jüngste Erholung am deutschen Aktienmarkt ist am Montag sichtbar ins Stocken geraten. Der Leitindex Dax kann seine anfänglichen Gewinne nur schwer behaupten. Am späten Vormittag notiert der Index um den Schlussstand vom Freitag und gewinnt 0,09 Prozent auf 12.463 Punkte hinzu.

          In der vergangenen Woche hatte der Dax mit Gewinnen von knapp 3 Prozent einen Teil des vorangegangenen Kursrutsches wieder aufgeholt. Zum Wochenauftakt fehlen jedoch die Impulse aus Übersee, da die Börsen in den Vereinigten Staaten und China zu Wochenbeginn geschlossen blieben, ergänzte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Die positiven Signale aus Japan, wo der Nikkei-225-Index 2 Prozent im Plus geschlossen hatte, konnten das nicht ausgleichen.

          Ein Zeitungsbericht über den Einsatz illegaler Software zur Manipulation von amerikanischen Abgastests setzt Daimler zu. Die Aktien des Autobauers fielen zur Eröffnung um 2,4 Prozent auf 70,77 Euro und steuerten auf den größten Tagesverlust seit einem halben Jahr zu.

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          Unter scharfer Beobachtung stehen die Titel von Daimler. Der Autobauer rutscht einem Bericht der "Bild am Sonntag" zufolge tiefer in den Skandal um manipulierte Dieselwerte. Die Stuttgarter sollen in Diesel-Autos spezielle Software zur Schadstoffregulierung eingebaut haben, wie Zeitung unter Verweis auf vertrauliche Unterlagen aus  amerikanischen Ermittlungsakten berichtete.

          „Das könnte für Daimler signifikante Strafzahlungen zur Folge haben", sagte ein Händler. Aktionären war die Unsicherheit darüber Grund genug, die Titel aus ihren Depots zu werfen. Sie waren mit einem Minus von zwei Prozent Schlusslicht im Dax und im EuroStoxx50. Dies drückte auch bei den Papieren der Konkurrenz auf die Stimmung: Für BMW ging es um 0,36 Prozent nach unten und die Vorzugsaktien von Volkswagen (VW) traten auf der Stelle.

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          Morgan Stanley hat derweil die Einstufung für Daimler nach den Presseberichten vom Wochenende auf „Equal-weight" mit einem Kursziel von 72 Euro belassen. Sollten sich die Berichte über mögliche Softwarefunktionen zur Manipulation von Abgaswerten in den Vereinigten Staaten bestätigen, dürften nicht die Strafen im Vordergrund stehen, schrieb Analyst Harald Hendrikse in einer am Montag vorliegenden Studie. Die Hauptsorgen der Anleger dürfte sich vielmehr um mögliche Auswirkungen auf die Eigenkapitalrendite und die Preise der Stuttgarter drehen, so die Einschätzung.

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