https://www.faz.net/-gv6-97vdw

Investieren : EU-Kommission will Crowdfunding in Europa erleichtern

  • Aktualisiert am

Bonaverde hat seine röstende Kaffeemaschine auch mittels Crowdfunding finanziert. Bild: AP

Das Crowdinvesting soll europäisch werden, um Anlegern mehr Möglichkeiten zu verschaffen. Derweil fordert der Bundesverband die künftige Regierung auf, mutig bei der Förderung vorzugehen.

          1 Min.

          Start-ups und kleine Firmen sollen nach dem Willen der EU-Kommission leichter Geld bei Investoren im Internet einsammeln können. Für das sogenannte Crowdfunding sollen künftig einheitliche Regeln gelten, wie die Brüsseler Behörde am Donnerstag mitteilte. Die EU-Staaten und das Europaparlament müssen dem Vorschlag noch zustimmen.

          Künftig soll so etwa für Crowdfunding-Plattformen in der EU eine einheitliche Anlaufstelle existieren. Die Lizenz eines Landes soll dann dafür ausreichen, die jeweilige Plattform in ganz Europa betreiben zu können. Die Regeln zum Investorenschutz sollen ebenfalls angeglichen werden.

          Unterschiedliche Regularien in den 28 EU-Staaten machen es nach Angaben der EU-Kommission den Crowdfunding-Plattformen bislang schwer, europaweit zu agieren. Für Kleinanleger sei es dadurch auch schwierig, geeignete Investitionsmöglichkeiten zu finden. Europa hinke bei dieser Form der Finanzierung hinterher, hieß es. Vor allem für Start-ups zähle Crowdfunding jedoch neben Unterstützung von Freunden, Familie und eigenem Kapital zu den wichtigsten Starthilfen.

          Auch die künftige Bundesregierung will das Crowdfunding als wichtiges Finanzierungsinstrument stärken. Der Bundesverband Crowdfunding fordert diese nun auf, dabei mutiger vorzugehen. So biete die EU-Prospektverordnung die Möglichkeit, prospektfreie Emissionen von Wertpapieren bis zu einem Schwellenwert von 8 Millionen Euro zuzulassen. Der Referentenentwurf sehe aber nur vor, die Minimalanforderung von einer Million Euro umzusetzen. Hier verpasse die Bundesregierung die Chance, bei Wertpapieren einen geordneten Crowdfunding-Markt zu schaffen, so Tamo Zwinge, für Regulierungsfragen zuständiges Vorstandsmitglied. Zudem sollten auch Crowd-Investoren Wagniskapitalzuschüsse erhalten können, so die stellvertretende Vorstandsvorsitzende Uli Fricke.

          Kritisch steht der Bundesverband der Absicht gegenüber, Finanzanlagenvermittler unter die Aufsicht der Bafin zu führen. Die Plattformen unterlägen schon jetzt einer sehr strengen Aufsicht und müssten unter anderem die Umsetzung der Finanzlagenvermittlerverordnung durch einen Wirtschaftsprüfer bestätigen lassen.“ Der Verband wirbt langfristig für eine Vermittlerlizenz für digital vermittelte Finanzanlagen. Man freue sich auf den Dialog mit dem designierten Finanzminister Olaf Scholz.

          Weitere Themen

          „Eine Katastrophe“

          Schwarmfinanzierungs-Gesetz : „Eine Katastrophe“

          Die EU gibt, die Bundesregierung nimmt. So betrachtet die Crowdfundingbranche ein Gesetz, das am Donnerstag durch den Bundestag soll. Deutsche Start-Ups würden dadurch europaweit ins Hintertreffen geraten.

          Topmeldungen

          Sieht so die beste Impfstrategie aus? Das Impfzentrum des Klinikums Stuttgart in der Liederhalle

          Infektionsgeschehen : Das Risiko der Armen

          In immer mehr Städten zeigt sich, dass sich die Menschen in strukturschwachen Vierteln eher mit Corona infizieren. Stuttgart hat das nun genau analysiert. Muss gezielter geimpft werden?
          Französische Fischerboote vor der Küste von Jersey am Donnerstagmorgen

          Brexit-Streit vor Jersey : Wenn Paris und London Kriegsschiffe entsenden

          Die Regierungen rufen nach einer gütlichen Einigung, üben sich aber in militärischen Drohgebärden. Ein britischer Fischer will es wissen: „Wir sind bereit, die Schlacht von Trafalgar noch einmal zu führen.“
          Die Grünen wären dabei: Schon im März demonstrierten sie vor der bayerischen Staatskanzlei gegen die 10-H-Regelung.

          Streit um Windkraft in Bayern : Eine Frage des Abstands

          Der Ausbau der Windenergie in Bayern stockt. Der Umweltminister der Freien Wähler will deshalb an den Regeln, wie weit Windräder von Siedlungen entfernt sein müssen, rütteln. Doch die CSU macht nicht mit. Wie passt das zu Markus Söders ambitionierten Klimazielen?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.