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Angst vor dem Coronavirus : Dax minus 3,5 Prozent

  • Aktualisiert am

Venedigs legendärer Karneval wird wohl abgesagt Bild: dpa

Die Börsen hatten das Coronavirus schon fast abgehakt. Doch nach neuen Erkrankungen in Italien ist die Angst der Anleger zurück – nicht nur in Europa.

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          Der Aktienindex Dax ist mit hohen Kursverlusten in die neue Handelswoche gestartet. Aktuell steht der Index der deutschen Standardaktien mit 13.094 Punkten 3,4 Prozent im Minus. Unter Druck steht vor allem der Kurs der Fluggesellschaft Lufthansa mit einem Minus von knapp 7 Prozent.

          Als Grund gilt ein Anstieg der Sorge darüber, dass sich das Coronavirus womöglich auch in Europa schnell ausbreiten könnte. Am Wochenende stellte die italienische Regierung mehrere Städte unter Quarantäne und schränkte den Zugverkehr etwa mit dem benachbarten Österreich ein.

          Die Stimmung in den Führungsetagen der deutschen Wirtschaft hat sich im Februar trotz der Epidemie derweil leicht aufgehellt. Das Barometer für das Ifo-Geschäftsklima stieg überraschend auf 96,1 Punkte von 96,0 Zählern, wie das Münchner Institut am Montag mitteilte. Zuvor befragte Volkswirte hatten mit einem Rückgang auf 95,3 Zähler gerechnet. „Die deutsche Wirtschaft scheint von der Entwicklung rund um das  Coronavirus unbeeindruckt“, erklärte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die Firmenchefs beurteilten ihre Aussichten günstiger, aber ihre Geschäftslage skeptischer als zuletzt – sie wurden allerdings befragt, bevor die neusten Meldungen aus Italien kamen.

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          Die gestiegene Unsicherheit unter den Anlegern an den Finanzmärkten ist hingegen nicht nur an den Aktienkursen erkennbar. Der Goldpreis erreicht bei 1682 Dollar ein neues Sieben-Jahres-Hoch.  Für heimische Investoren ist Gold mit 1548,36 Euro so teuer wie nie.

          Hingegen fallen die Ölpreise gerieten unter Druck. Die Sorte Brent aus der Nordsee verbilligt sich um 4 Prozent auf 56,08 Dollar je Barrel, hat damit aber seinen jüngsten Tiefstand vom 10. Februar noch nicht wieder erreicht.

           In Asien ging es zum Wochenstart insbesondere an Südkoreas Börsen deutlich nach unten, wenngleich sich die Kursverluste in Festlandchina in Grenzen hielten.

          Shigeru Aoyagi, leitende Portfolio-Manager und Shinya Takada bei der Fondsgesellschaft Nikko sehen zwar keine extreme Gefahr. Eine unmittelbare Auswirkung auf Japan sei aber der Rückgang der Zahl der Touristen. Die Produktionsleistung und der private Konsum würden infolgedessen zurückgehen und die Unternehmensgewinne im ersten Quartal negativ beeinflussen.

          BRENT

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          Es sei schwierig, das potentielle Ausmaß der Epidemie und ihre vollen Auswirkungen zum jetzigen Zeitpunkt abzuschätzen. Die Einschränkung der Bewegungsfreiheit beeinträchtige aber den Konsum. Schwer abzuschätzen sei bisher, wie sich der Virus auf die Olympischen Spiele in Tokio in diesem Sommer auswirken könnte. Aber wenn die Epidemie andaure, könnte sie sich auf den privaten Konsum auswirken. „Wir sind daher vorsichtig geworden, was die Sektoren betrifft, die von einer Konsumabschwächung am ehesten betroffen sind“, sagt Aoyagi.

          „Spätestens nach den Entwicklungen über das Wochenende in Sachen Coronavirus dürfte auch dem letzten Anleger klar geworden sein, dass es zu früh war, das Thema abzuhaken und die negativen wirtschaftlichen Effekte als eingegrenzt und vernachlässigbar zu erachten“, schrieb Marktanalyst Milan Cutkovic vom Handelshaus Axi-Trader.

          Auch Staatsanleihen sind sehr gefragt. Die Rendite der zehnjährigen amerikanischen Staatsanleihe ist auf ein Dreieinhalb-Jahres-Tief von 1,392 Prozent gefallen, die bundesanleihe rentieren mit minus 0,475 Prozent so niedrig wie zuletzt vor vier Monaten.

          Zudem ziehen Anleger sich aus Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Krise beim wichtigen Handelspartner China sich Anleger aus dem australischen Dollar zurück. Dieser wertet auf 0,6581 amerikanische Dollar ab und ist damit so billig wie zuletzt vor elf Jahren.

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