https://www.faz.net/-gv6-ai9ai

Aktienmarkt : Pandemie- und Zinssorgen lassen den Dax auf weniger als 16.000 Punkte fallen

  • Aktualisiert am

Pandemie- und Zinssorgen lassen Anleger nicht ungerührt: Kurstafel in Frankfurt Bild: Reuters

Nicht nur die Nominierung des Chefs der amerikanischen Notenbank Fed Jerome Powell für eine zweite Amtszeit drückt die Stimmung am Markt. Die Aktie der Aareal Bank hingegen profitiert von Übernahmephantasie.

          1 Min.

          Die Nervosität der Anleger wächst. Der Dax fiel am Dienstag angesichts wieder aufflammender Pandemie- und Zinssorgen wieder unter die Marke von 16.000 Punkten. Zeitweise büßte der deutsche Leitindex 1,2 Prozent auf 15.911 Punkte ein. Damit entfernt er sich auch wieder etwas von seinem Rekordhoch von 16.290 Punkten. Der Nebenwerteindex M-Dax verlor 1,5 Prozent auf 35.126 Punkte.

          Die Zinssorgen begründete Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners mit der Nominierung des amtierenden amerikanischen Notenbankchefs Jerome Powell für eine zweite Amtszeit. Auf dem Parkett werde daraufhin für das kommende Jahr mit drei Zinserhöhungen in den Vereinigten Staaten gerechnet. „Steigende Zinsen werden jetzt einmal mehr zur Gefahr für die Aktienmärkte“, sagte der Experte.

          Hinzu kommt, dass die Stimmen lauter werden, die sich um die fortgesetzt hohe Inflation sorgen. Am Vorabend hatte es solche Aussagen von der amerikanischen Finanzministerin Janet Yellen gegeben, am Dienstag folgte nun die deutsche Direktorin bei der Europäischen Zentralbank (EZB), Isabel Schnabel. Die Corona-Pandemie hatte unter den Börsianern in den vergangenen Tagen schon für wachsende Unsicherheit gesorgt.

          Aktienplazierungen lassen Einzelkurse fallen

          Mit Blick auf Einzelwerte waren die Papiere von Thyssenkrupp mit minus 6,4 Prozent und jene von Synlab mit minus 10,6 Prozent von Platzierungen durch Großaktionäre betroffen. Im Falle von Thyssenkrupp halbierte Großaktionär Cevian seinen Anteil an dem Konzern fast auf 7,9 Prozent. Beim Laborspezialisten Synlab wurden laut der Nachrichtenagentur Bloomberg 10 Millionen Anteile von mehreren Großaktionären zu einem Kurs von 22,15 Euro veräußert. Das ist ein Abschlag von etwa zehn Prozent auf den Vortagesschlusskurs von 24,60 Euro.

          Delivery Hero gab rund 600.000 neue Aktien aus für ein Belegschaftsaktienprogramm, was aber nur 0,24 Prozent des Grundkapitals entspricht. Die Aktien fielen um rund 2 Prozent. Ganz anders war das Bild bei der Aareal Bank. Mit einem Kurssprung um 4 Prozent waren sie der beste Wert im S-Dax. Die Finanzinvestoren Advent und Centerbridge wollen für den Immobilienfinanzierer 29 Euro je Aktie in bar zahlen. Diesen Preis übertraf die Aktie sogar leicht mit zuletzt 29,22 Euro.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Sinnbild für einen narzisstischen Chef: Michael Douglas als Gordon Gekkoim Film „Wall Street“

          Narzissmus im Job : Wenn der Chef nur sich selbst liebt

          Der Vorgesetzte ist dominant, leicht kränkbar oder cholerisch? Schnell liegt der Verdacht einer Persönlichkeitsstörung in der Luft. Doch schwierige Chefs sind nicht immer gleich Narzissten.
          Muss sich auch Friedrich Merz gegen Markus Söder durchsetzen? Merz und Söder auf dem Parteitag der CDU.

          Merz souverän gewählt : Schon drohen der CDU neue Wunden und Wirren

          Die souveräne Wahl von Friedrich Merz ist ein Zeichen dafür, dass Angela Merkel fast schon vergessen ist. Ausgerechnet ein „Konservativer“ steht für den Wunsch, dass nun etwas Neues, Anderes beginnen möge.
          Im Parlamentarischen Rat vor Gründung der Bundesrepublik Deutschland war die Zentrumspartei 1948 noch vertreten.

          Comeback nach 64 Jahren : Die Zentrumspartei ist wieder da

          Ein früherer AfD-Abgeordneter beschert der Partei nach 64 Jahren die Rückkehr in den Bundestag. Die älteste deutsche Partei war das politische Sprachrohr der Katholiken im Kaiserreich und in der Weimarer Republik. Wofür steht sie heute?