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Fallende Kurse überall : Corona stürzt Aktienmärkte in die schwärzeste Woche seit der Finanzkrise

  • Aktualisiert am

Besorgter Blick: ein Broker an der Wall Street Bild: AFP

Ob in New York oder Frankfurt: Die Aktienkurse rauschen auf der ganzen Welt in die Tiefe. Die amerikanische Notenbank will tun, was nötig ist, um die Wirtschaft zu stützen.

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          Die Furcht vor den Folgen des neuartigen Coronavirus hat den internationalen Aktienmärkten die schwärzeste Woche seit der Finanzkrise 2008 eingebrockt. Allein seit Wochenauftakt sank der Wert der Unternehmen an den Börsen der Welt um fast sechs Billionen Dollar.

          Eine Beruhigung ist vorerst nicht in Sicht. „Die Investoren versuchen, sich auf das Schlimmste einzustellen“, sagte John Lau, Aktienexperte des Finanzdienstleisters SEI Investments. „Das sind höchst unsichere Zeiten, keiner kennt die Antwort, und die Märkte sind in Panik.“ Bernhard Langer, der Milliarden Dollar für die Fondsgesellschaft Invesco anlegt, sagte der F.A.Z.: „Der Markt befindet sich sozusagen in einem Käuferstreik.“

          Fed deutet Zinssenkung an

          Der Dow Jones Industrial, der zeitweise deutlich unter 25.000 Punkte gefallen war, schloss mit einem Minus von 1,39 Prozent auf 25.409,36 Punkte. Dennoch ging für das wichtige Börsenbarometer mit einem Wochenverlust von 12,4 Prozent eine der schlimmsten Handelswochen seit Jahren zu Ende. Noch markanter waren die Einbußen zuletzt nur während der Finanzmarktkrise im Oktober 2008. Auf Vierwochensicht sieht es kaum besser aus: Mit minus 10 Prozent hat der Dow den verlustreichsten Monat seit genau elf Jahren hinter sich.

          Der breiter gefasste S&P 500 verlor am Freitag 0,82 Prozent auf 2954,22 Punkte, nachdem es im Tagesverlauf auch für den marktbreiten Index zeitweise um mehr als 3 Prozent abwärts gegangen war. Der Nasdaq 100 schaffte am Tagesende sogar ein Plus von 0,30 Prozent auf 8461,83 Zähler.

          DOW JONES

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          In Deutschland steuerte der Dax mit einem Wochen-Minus von fast 13 Prozent auf den größten Wochenverlust seit der Finanzkrise zu. Zeitweise notierte der deutsche Leitindex 5,2 Prozent im Minus. Über den Tag hellte sich die Lage zumindest etwas auf, der Index schloss um 3,9 Prozent vermindert auf 11.890 Punkten. Zahlreiche Aktien verloren mehr als 5 Prozent, zu ihnen zählten Linde, Deutsche Post und Deutsche Bank.

          DAX ®

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          Die amerikanische Notenbank Fed kündigte an, auf wirtschaftliche Risiken durch das Virus falls nötig mit geeigneten Maßnahmen zu reagieren. Die amerikanische Wirtschaft sei fundamental weiterhin stark, sagte Notenbank-Präsident Jerome Powell am Freitagabend. Die Notenbank beobachte die Entwicklungen und ihre Auswirkungen auf die künftige konjunkturelle Lage genau.

          „Wir werden unsere Werkzeuge nutzen und angemessen handeln, um die Wirtschaft zu unterstützen“, sagte Powell. An der Wall Street dämmten die wichtigen Aktienindizes nach der Veröffentlichung des Statements ihre Verluste ein wenig ein. Zuvor hatte schon Notenbank-Direktor James Bullard eine Leitzinssenkung für den Fall in Aussicht gestellt, dass sich das Virus zu einer breiten Pandemie auswächst. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann sah hingegen für den Euroraum zunächst keinen Handlungsbedarf.

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