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„Alles liegt auf dem Tisch“ : Bank von England schließt „Helikoptergeld“ nicht aus

Neue Besen kehren gut: Bank of England-Gouverneur Andrew Bailey, frisch im Amt Bild: dpa

Die britische Notenbank schaltet in den Krisenmodus. Ihr Chef geht sogar über die Ankündigung „whatever it takes“ Mario Draghis hinaus.

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          In der sich zuspitzenden Coronavirus-Krise erwägt der neue britische Notenbankgouverneur Andrew Bailey neue Notmaßnahmen. „Es ist ein Notfall, eine sehr ernste Situation“, sagte er dem Fernsehsender Sky News am Mittwoch. In Worten, die an den früheren EZB-Chef Mario Draghi in der Eurokrise erinnerten, sagte Bailey, er werde tun „whatever it takes“ (was immer notwendig ist), um die Krise zu bekämpfen.

          Philip Plickert
          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Auf die Frage, ob damit auch Gelddrucken und -Verteilen an die Haushalte gemeint sei (Fachleute sprechen von „Helikopter-Geld“), sagte Bailey, er schließe nichts aus. „Alles liegt auf dem Tisch, was sinnvoll ist.“

          Die Notenbank hat vor einer Woche den Leitzins von 0,75 auf 0,25 Prozent gesenkt und Langfristfinanzierungen für die Banken angekündigt, während der Staat ein großes Konjunkturprogramm auflegt, um kleinere und mittlere Unternehmen zu stützen, Krankengeld für Arbeitnehmer sowie Milliarden für den Gesundheitsdienst NHS bereitstellt. Am Dienstagabend kündigte Finanzminister Rishi Sunak ein weiteres, noch größeres Milliardenpaket an. Es umfasst Garantien für Notkredite im Volumen von 330 Milliarden Pfund (rund 360 Milliarden Euro) für angeschlagene Unternehmen. Der Staat übernimmt weitgehend das Ausfallrisiko für die Kredite, die Geschäftsbanken ausgeben.

          Das Kreditvolumen entspricht 15 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes. Außerdem kündigte Sunak für alle Unternehmen des Einzelhandels, des Gastgewerbes und der Freizeitindustrie eine Steueramnestie für 12 Monate sowie Direktzahlungen bis zu 25.000 Pfund an. Der Wert dieser Hilfen soll 20 Milliarden Pfund betragen. Notenbankchef Bailey rief die Unternehmen auf, keine Mitarbeiter zu entlassen.

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