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Erste Dividende seit 2015 : Die Commerzbank versiebenfacht ihren Gewinn

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Der Commerzbank-Turm in Frankfurt Bild: Wolfgang Eilmes

„Wir kommen voran und sind wieder dividendenfähig“, meint der Commerzbank-Chef. Das Unternehmen übertrifft mit einem höheren Gewinn die Erwartungen. Seit der Finanzkrise sind Dividenden bei der Commerzbank eine Seltenheit.

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          Die Commerzbank zahlt ihren Anteilseignern dank eines kräftigen Gewinnsprungs nach zwei Jahren wieder eine Dividende. Je Aktie sollen sie 20 Cent erhalten, teilte die seit einigen Monaten nur noch im MDax notierte Bank am Donnerstag in Frankfurt mit.

          Es ist erst die zweite Gewinnausschüttung seit der Rettung der Bank durch den Staat in der Finanzkrise. Zuletzt hatten die Frankfurter für 2015 ebenfalls eine Dividende von 20 Cent je Aktie gezahlt. Zurückzuführen ist das gute Ergebnis auf gesunkene Belastungen durch faule Kredite und eine wachsende Kundenzahl. Das operative Ergebnis legte 2018 um 8,4 Prozent auf 1,25 Milliarden Euro zu, wie das Geldhaus am Donnerstag mitteilte.

          Unter dem Strich schoss der Gewinn auf 865 Millionen Euro in die Höhe. Das ist fast siebenmal so viel wie ein Jahr zuvor, als es der Konzernumbau das Unternehmen belastet und es sich nur durch den Verkauf seiner Konzernzentrale in den schwarzen Zahlen gehalten hatte.

          „Wir sind wieder dividendenfähig“

          “Wir wachsen bei Kunden, im Kreditvolumen und bei bereinigten Erträgen. Wir kommen voran und sind wieder dividendenfähig“, sagte Konzernchef Martin Zielke.

          Mit dem Nettogewinn übertraf die Commerzbank die Erwartungen von Analysten, die aber mit einer Dividende in der genannten Höhe gerechnet hatten. Im laufenden Jahr will Commerzbank-Chef Martin Zielke die Kosten der Bank unter 6,8 Milliarden Euro halten und die Erträge steigern.

          COMMERZBANK AG

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          Das Kostenziel hat der Vorstand unterdessen noch nicht erreicht. Im vergangenen Jahr lagen die Verwaltungsaufwendungen mit rund 6,88 Milliarden Euro etwas über dem Vorjahreswert von 6,83 Milliarden Euro. Die Bank erklärte den Anstieg mit Investitionen in Digitalisierung sowie steigenden Ausgaben für Regulierung. Finanzvorstand Stephan Engels bekräftigte das Ziel, die Kosten bis 2020 auf 6,5 Milliarden Euro zu drücken.

          Eine Million zusätzliche Kunden gewonnen

          Erreicht werden soll das auch durch eine schlankere Aufstellung. Die Zahl der Vollzeitkräfte ist in den vergangenen Jahren bereits von 43.300 auf 41.500 Ende vergangenen Jahres gesunken. Nach jüngster Planung sollen es nun bis 2020 etwa 38.000 sein. Ursprünglich sollte der Stellenabbau noch drastischer ausfallen: Geplant war ein Schrumpfen der Belegschaft auf 36.000 Vollzeitkräfte. Die gut 800 Millionen Euro Aufwand für den Konzernumbau hatte die Bank bereits komplett im Jahr 2017 verbucht. Für den Großteil der nun noch abzubauenden Stellen sind Maßnahmen wie Altersteilzeit bereits vereinbart.

          Ein Zwischenziel hat die Bank beim Kundenwachstum erreicht: Bis Ende 2018 wurden wie vom Vorstand vorgegeben eine Million zusätzliche Kunden gewonnen. Eine weitere Million soll bis zum Jahr 2020 hinzukommen. Mit mehr Kunden will die Commerzbank auf Dauer mehr verdienen. Aktuell strebt der Vorstand ein jährliches Ertragswachstum von durchschnittlich drei Prozent an.

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