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Strategie fällt an Börse durch : Aktienkurs der Commerzbank fällt kräftig, der der Comdirect steigt

Logo von Comdirect an dem Sitz der Bank in Quickborn Bild: dpa

Die am Freitag bekannt gewordenen Pläne des Commerzbank-Vorstands gefallen den Aktionären nicht. Aber die Aktionäre der Comdirect haben Grund zum Jubeln.

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          Immer klarer zeichnet sich ab, dass die am Freitagnachmittag in Grundzügen bekannt gewordene neue Strategie der Commerzbank an der Börse nicht überzeugt. Am Montag rutschte der Kurs der Commerzbank-Aktie deutlich um mehr als 6 Prozent auf 5,30 Euro ab. Nachdem die Bank zehn Jahre lang unverdrossen an ihrem Filialnetz festgehalten hat, will sie nun 200 von 1000 Filialen schließen. Auch für ihre innovativen Direktbanken wird sich einiges ändern: Die M-Bank in Polen wird verkauft, die Comdirect von der Börse genommen und auf die Commerzbank verschmolzen werden.

          Hanno Mußler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Durch den geplanten Verkauf der M-Bank verliere die Commerzbank einen wichtigen Ertragsbringer und erhöhe gleichzeitig ihre Abhängigkeit vom chronisch margenschwachen deutschen Heimatmarkt, kritisierte am Montag die Ratingagentur Moody’s. In der Tat trug die M-Bank in den vergangenen Jahren stets mehr als 20 Prozent zum Gewinn der Commerzbank bei und arbeitet deutlich effizienter als die Muttergesellschaft. Auch die Analysten der Deutschen Bank und der Credit Suisse äußerten sich skeptisch zum Potential der Commerzbank-Aktie. Sie blieben bei ihrer Anlageempfehlung „Halten“ und beließen die Kursziele unverändert bei 6,50 und 7 Euro.

          COMDIRECT

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          Dagegen könnten die Aktionäre der Comdirect jubeln. Nachdem der Aktienkurs schon am Freitag um 25 Prozent geklettert war, legte er am Montag um weitere 3 Prozent auf 11,84 Euro zu. Denn die Commerzbank, der 82 Prozent der Comdirect gehören, erwägt den übrigen Aktionären ein Angebot zu machen, und zwar mit einem Aufschlag von 25 Prozent auf den „unbeeinflussten Aktienkurs“ der Direktbank. Andreas Pläsier, Aktienanalyst von M.M. Warburg, hielt es daher am Montag für denkbar, dass den verbleibenden freien Aktionären etwa 12,15 Euro je Aktie geboten werden, falls der Aufsichtsrat am Mittwoch und Donnerstag die Pläne des Vorstandes akzeptiert.

          COMMERZBANK AG

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