https://www.faz.net/-gv6-913th

Anleger hoffen : Chinas Börsen auf Höhenflug

Freude an der Börse in Peking: Der Leitzins Shanghai Composite steigt an. Bild: dpa

Nach guten Ergebnissen sind die Kurse in China so hoch wie seit eineinhalb Jahren nicht mehr. Das weckt die Hoffnung der Anleger. Doch in Washington regt sich Widerstand.

          1 Min.

          Während Ökonomen davon ausgehen, das sich Chinas Wachstum weiter abkühlen wird, herrscht an den Finanzmärkten die Hoffnung darauf, dass die Regierung weiter mit hohen Investitionen die chinesische Wirtschaft auf Kurs hält.

          Hendrik Ankenbrand
          Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Schanghai.

          So stieg am Freitag der Leitindex Shanghai Composite an Chinas größter Börse bis Handelsschluss um 1,8 Prozent gegenüber dem Vortag auf 3331 Punkte. Diesen Wert hat der Index zuletzt am ersten Januartag des Jahres 2016 überschritten.

          Wirtschaftsgröße soll sich in elf Jahren verdoppeln

          Die Hoffnung der Anleger steht im Einklang mit der Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) aus der vergangenen Woche. Dessen Ökonomen hatten prognostiziert, dass Chinas Regierung weiterhin mit hohen Krediten das Wirtschaftswachstum antreiben werde. 2021 wird die Kommunistische Partei einhundert Jahre alt. Bis zu diesem Zeitpunkt soll sich die Größe der Wirtschaft gegenüber dem Vergleichswert aus dem Jahr 2010 verdoppelt haben. China soll nach dem Willen der Partei dann eine „gemäßigt wohlhabende Gesellschaft“ haben, in der sämtliche Menschen über der Armutsgrenze leben.

          Die Kursgewinne an der Börse in Schanghai waren am Freitag Folge der berichteten Ergebnisse wichtiger chinesischer Staatsunternehmen, die hoher ausgefallen sind als erwartet. So machten die Kurssteigerungen der Werte der Bank ICBC, dem nach Bilanzsumme größten Geldinstitut der Welt, des größten chinesischen Ölkonzerns PetroChina sowie des Versicherers China Life zusammen ein Fünftel des Anstiegs des Leitindex Shanghai Composite aus.

          Washington will Druck auch auf große Institutionen ausweiten

          Offensichtlich fürchten die Anleger - die auf dem chinesischen Festland in der ganz überwiegenden Anzahl nicht institutionell sind, sondern Privatpersonen mit relativ kleinem Portfolio - weniger die Gefahr von weiteren Sanktionen gegen chinesische Unternehmen durch die amerikanische Regierung.

          Nachdem Washington kleinere chinesische Unternehmen wegen angeblichen Handels mit Nordkorea bestraft hat, werden in Amerika Stimmen laut, die ein Vorgehen gegen die großen Pekinger Staatsbanken wie ICBC fordern. Diese sind zum Teil stark auf dem amerikanischen Markt engagiert, von dem sie durch die Sanktionen ausgeschlossen werden könnten.

          Dies sei die „nächste Stufe“ auf dem Weg, den Druck auf Chinas Regierung zu erhöhen, sagte Anthony Ruggiero von der konservativen Washingtoner Denkfabrik Foundation for Defense of Democracies der Nachrichtenagentur „Bloomberg“.

          Weitere Themen

          Wie krisenfest sind Europas Banken?

          Stresstests : Wie krisenfest sind Europas Banken?

          Die Ergebnisse zeigen, dass die Institute widerstandsfähig genug sind, um eine schwere Wirtschaftskrise zu überstehen. Auch deutsche Institute weisen ausreichende Kapitalpuffer auf.

          Topmeldungen

          Einsatz in Kirli: Feuerwehrleute versuchen ein Feuer in der türkischen Provinz Antalya unter Kontrolle zu bringen.

          Brände in Türkei und Italien : Heftige Feuer im Mittelmeerraum

          In der Türkei und in Italien brennen die Wälder. Schuld sind womöglich Brandstifter. Eine seit Anfang der Woche andauernde Hitzewelle in Griechenland geht indes auf ihren Höhepunkt zu – mit Temperaturen von bis zu 45 Grad.
          Markus Söder im Landtag, im Vordergrund Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) am Rednerpult

          Testpflicht und Impfregime : Söders Sorgen

          Die Testpflicht ist das Eingeständnis von Bund und Ländern, dass ihre Strategie nicht aufgegangen ist. Die Impfmüdigkeit ist zu groß. Der Grund: Eigensinn und Politiker wie Hubert Aiwanger.

          Aufruhr im Schwimmen : Zurück im Doping-Sumpf

          Ryan Murphy wird von Jewgeni Rylow geschlagen. Der Amerikaner spricht im Anschluss von einem Rennen, das „wahrscheinlich nicht sauber“ war – und wird vom Olympischen Komitee Russlands als Verlierer verhöhnt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.