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Chaos am Ölmarkt : Wie der Ölpreis die Investoren in Atem hält

Ölpumpen auf einem Ölfeld in Los Angeles Bild: dpa

Massive Überversorgung und Angst vor nicht ausreichenden Lagerkapazitäten: Schon wieder fällt der Preis für amerikanisches Öl. Das löst Diskussionen über strengere Regeln für Privatanleger aus.

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          Auch eine Woche nachdem erstmals in der Geschichte der Ölpreis der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) in den negativen Bereich gerutscht ist, kommt der Ölmarkt nicht zur Ruhe. Bereits zum Wochenbeginn war der WTI-Preis am Montag um bis zu 30 Prozent gefallen, auf weniger als 12 Dollar je Barrel (Fass zu 159 Liter). Am Dienstag hielt der Verkaufsdruck weiter an, der Preis sank zeitweise unter 11 Dollar. Während es dabei in der vergangenen Woche am Öl-Terminmarkt noch der Kontrakt für die Lieferung von Öl im Mai gewesen war, der billiger und billiger wurde, scheint es nun dem Juni-Kontrakt nicht viel besser zu ergehen. Das Öl-Chaos scheint noch nicht vorbei, auch wenn die Preise am Mittwoch wieder stiegen.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          „Die neue Entwicklung hat meiner Einschätzung nach die gleichen Gründe wie das Drama zu Beginn der vorigen Woche“, sagte Eugen Weinberg, Ölfachmann der Commerzbank. Auf der einen Seite: eine massive Überversorgung des Marktes mit Öl und die Angst vor nicht ausreichenden Lagerkapazitäten. Und auf der anderen Seite: das Verhalten der Anleger. „Ausschlaggebend war diesmal wohl die unerwartete Entscheidung eines der größten Investmentvehikels für Privatanleger, aus den WTI-Futures für Juni auszusteigen und in länger laufende Kontrakte umzuschichten.“ Dieses „Rollover“ genannte Umschichten schmälere mögliche Gewinne in der Zukunft. „Damit scheinen weitere Verluste bei vielen Privatanlegern programmiert“, meint Weinberg. „Zumal sich die fundamentale Überschusssituation nicht bald ändern dürfte.“

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