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Cannabis und mehr : Erster europäischer Hanf-Fonds startet

Bringt es Cannabis noch? Bild: dpa

Cannabis-Aktien waren in diesem Jahr sehr gefragt. Nun geht der erste europäische Hanf-Fonds an den Start. Doch die Branche zeigte jüngst einige Schwächen.

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          Cannabis-Aktien sind seit einigen Monaten der neueste Hype an den Börsen. Nach IT und Solar, Nano und E-Auto kommt jetzt also der Joint zu Ehren. Grund ist die Annahme, dass weitere Staaten dem Beispiel des amerikanischen Bundesstaates Colorados, Kanadas oder Uruguays folgen werden und den Konsum oder die Produktion von Cannabis oder eben beides liberalisieren werden. Selbst in Deutschland ist Cannabis für den medizinischen Gebrauch ja schon zulässig, auch wenn eine völlige Freigabe eher in weitere Ferne scheint.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das hat sich in den Kursen der Aktien niedergeschlagen. Der Kurs von Canopy Growth hat sich in den vergangenen drei Jahren verzwölffacht, der von Aurora Cannabis verneunfacht. Nun ist in Europa der erste klassische Investmentfonds an den Start gegangen, der in Cannabis-Aktien investiert, genauer gesagt in Hanf-Aktien, wie der Name Hanf Industrie Aktien Global besagt.

          Zum Start beinhaltet das Portfolio 30 ausgewählte Unternehmen aus der gesamten Wertschöpfungskette der Hanf Industrie, der geographische Schwerpunkt der Unternehmen ist politisch bedingt noch Nordamerika.

          HORIZONS MAR.LIEFE SCI.A

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          Initiator des Fonds ist die WS-HC Werkhausen & Stehr Hanf Consulting. Anlageberater und Haftungsdach bieten BN & Partners Capital. Das Aktien-Universum besteht aus mehr als 80 der stärksten internationalen Hanf-Unternehmen. Diese würden nach Kriterien wie Marktkapitalisierung, Fundamentaldaten, Management bewertet. Ebenfalls in Deutschland schon handelbar sind kanadische ETFs: der Horizons Marijuana Life Sciences, der Evolve Marijuana sowie der Purpose Marijuana, ein klassischer Investmentfonds

          Die Ertragsentwicklung ist höchst unterschiedlich. Der jüngste der drei Fonds, der von Evolve, bringt es seit dem 12. Februar gerade einmal auf einen Wertzuwachs von 1 Prozent, während das Horizons-Produkt sogar 7 Prozent verloren hat. Dagegen steht der Fonds von Purpose mit einem Plus von 14 Prozent sehr gut da.

          Die deutlichen Unterschiede rühren daher, dass alle drei sehr verschieden aufgestellt sind. Pharmazie-Aktien – also Cannabis-Aktien im engeren Sinn – sind beim Horizons-Fonds deutlich höher gewichtet als bei Evolve und Purpose. Zudem stecken knapp 20 Prozent des Purpose-Fonds in einem Hochzinsanleihen-Fonds als größter Einzelposition. Ebenso sind die großen Branchenwerte beim Purpose-Fonds deutlich geringer gewichtet

          Zum Portfolio des WS-HC-Fonds zählen mit Aphria, Aurora, Canopy Growth, Tilray und Cronos ebenfalls einige der großen der Branche. In diesen fünf Werten hat Horizons rund 45 Prozent seines Portfolios angelegt, Evolve mittlerweile etwas weniger – bei Purpose sind es dagegen nur 15 Prozent. Tilray und Cronos sind schon nicht mehr im Portfolio.

          Der älteste der drei Fonds von Horizons bringt es seit Auflage im April 2017 übrigens immer noch auf ein Plus von 76 Prozent. Man könnte also fast argwöhnen, die Cannabis-Rally sei womöglich schon vorbei, zumal der marktbreite S&P-500-Index im selben Zeitraum nur um rund 1 Prozent gefallen ist. Nichtsdestoweniger war das Interesse an dem WS-HC-Fonds laut Geschäftsführer Daniel Stehr überwältigend.

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