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Brexit-Verschiebung? : Pfund auf höchstem Kurs seit Mai 2017

  • Aktualisiert am

Britisches Pfund durch Finanzkrise unter Druck Bild: dpa

Der Kurs des britischen Pfunds steigt aufgrund von Spekulationen auf eine Brexit-Verschiebung. Der Londoner Aktienindex „Footsie“ gibt dagegen nach.

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          Medienberichte über eine mögliche Verschiebung des für Ende März geplanten Brexits verleihen am Dienstag dem Kurs des britischen Pfunds weiteren Auftrieb. Die britische Währung wertet im Handel mit dem Euro auf den höchsten Stand seit fast zwei Jahren auf.

          Aktuell liegt der Kurs bei 1,1616 Euro, so hoch wie seit Mai 2017 nicht mehr. Auch im Handel mit dem amerikanischen Dollar legt das Pfund zu und steigt bis auf 1,3197 Dollar. Bereits in der Nacht zum Dienstag hatte die britische Währung spürbar zugelegt.

          Berichten zufolge will Premierministerin Theresa May  dem Unterhaus die Wahl zwischen einem ungeregelten Brexit oder einer "kurzen Verlängerung" der Austrittsfrist anbieten, sollte die Verabschiedung des von May ausgehandelten Brexit-Abkommen bis zum
          12. März abermals scheitern. Damit wolle May eine Revolte in ihrer Partei mit der Aussicht auf eben jene
          Verschiebung abwenden. Noch am Montag hatte May erklärt, sie halte am Austrittsdatum 29. März fest.

          GBP/EUR

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          Hinzu kommt, dass die oppositionelle Labour-Partei ihre Unterstützung für ein zweites Brexit-Referendum angekündigt hat.

          Unterdessen leitete die Bank of England Vorsichtsmaßnahmen zum Brexit in die Wege. Den Geschäftsbanken des Königreichs werde im Rahmen langfristiger Kreditgeschäfte zusätzliche Liquidität zur Verfügung gestellt, teilte die Notenbank am Dienstag mit. Die Kreditgeschäfte werden von Mitte März bis Ende April wöchentlich anstatt monatlich angeboten.

          Der heimischen Wirtschaft stellt die Notenbank für den Fall eines harten Brexit zusätzliche Hilfen in Aussicht. Die Notenbank befürchtet, dass sie bei einem Ausstieg ohne Abkommen möglicherweise die Zinsen erhöhen müsste. Grund sind Sorgen, dass das Pfund wie nach dem Brexit-Referendum im Juni 2016 stark abwerten und die Inflation anheizen könnte.

          Die Bank von England hat bereits mehrfach vor schwerwiegenden Folgen für den Fall eines ungeregelten EU-Ausstiegs gewarnt. Sie senkte wegen der damit verbundenen Unsicherheiten ihre Konjunkturprognose für dieses Jahr und erwartet nur noch einen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 1,2 Prozent. 2018 fiel das BIP-Plus mit 1,4 Prozent auf das niedrigste Niveau seit 2012.

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