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Aktienmarkt unterbewertet? : Die Luft in London wird dünner

Zwei Händler an der Börse haben alle Hände voll zu tun. Bild: dpa

Trotz einer längeren Aufholjagd nach dem Corona-Einbruch sieht die Investmentbank Goldman Sachs am britischen Aktienmarkt noch Luft nach oben. Viel hängt auch von der Zinswende ab.

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          Der britische Leitindex FTSE 100 hat seit dem brutalen Corona-Einbruch im Frühjahr 2020 ein beeindruckendes Comeback hingelegt, doch zuletzt wurde die Luft dünner. Mitte November kletterte er auf einen Höchststand knapp über 7400 Punkten. Seitdem ging es etwas bergab. Am Mittwoch fiel das Börsenbarometer zeitweise um 0,2 Prozent auf rund 7251 Punkte. Seit Jahresbeginn ist der FTSE 100 um rund 16 Prozent gestiegen; wenn man auch den gestiegenen Pfundkurs mitberücksichtigt, war das mehr als der deutsche Aktienindex Dax. Der britische Markt blieb aber hinter der Entwicklung des Euro Stoxx 50 und weit hinter dem amerikanischen S&P 500 zurück. Die Investmentbank Goldman Sachs meint in einer aktuellen Analyse, der Londoner Markt sei insgesamt noch recht billig.

          Philip Plickert
          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Mehrere große Themen bewegen derzeit den Wertpapiermarkt an der Themse: Einmal ist das die Frage, wann und wie stark die Notenbank auf die gestiegene Inflation reagieren wird. Zum anderen, wie sich die Gewinne der Unternehmen in der Post-Corona-Zeit entwickeln werden. Dass eine Zinswende wohl noch dieses Jahr kommt und der Leitzins im Dezember von 0,1 auf 0,25 Prozent erhöht wird – davon sind die meisten Analysten und Anleger überzeugt. Die Inflationsrate ist auf 4,2 Prozent gestiegen und soll in den nächsten Monaten 5 Prozent erreichen. Notenbankgouverneur Andrew Bailey will sich noch nicht festlegen, hat in einem Interview am Wochenende aber noch mal betont: Wenn sich eine Lohn-Preis-Spirale abzeichne, werde die Notenbank handeln.

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