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Zinswende : Bank von England tritt auf die Bremse

Die Bank of England hat den Leitzins um 0,25 Basispunkte erhöht. Bild: AP

Erstmals seit einem Jahrzehnt erhöhen die britischen Geldhüter den Leitzins. Zu stark ist die Inflation seit dem Brexit-Votum gestiegen.

          Die britische Notenbank tritt erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt geldpolitisch auf die Bremse: Die Bank von England erhöhte am Donnerstag ihren Leitzins um 0,25 auf 0,5 Prozent. Sie folgt damit als zweite große Zentralbank der amerikanischen Federal Reserve, die bereits vor zwei Jahren die Zinswende eingeleitet hat. Die britischen Geldhüter machen damit ihre jüngste Zinssenkung nach dem Brexit-Schock im Sommer 2016 rückgängig. Der Leitzins bleibt aber im historischen Vergleich extrem niedrig.

          Marcus Theurer

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Das letzte Mal hat die Bank von England den Leitzins im Juli 2007 nach oben gesetzt. Damals stieg er von 5,5 auf 5,75. Während der kurz darauf losbrechenden Weltfinanzkrise öffneten die Notenbanker die Geldschleusen jedoch weit und ließen sie bis heute offen: Noch nie in den mehr als drei Jahrhunderten seit Gründung der Bank von England haben sich Geschäftsbanken zu so günstigen Konditionen Geld kurzfristig von der Notenbank leihen können wie in den vergangenen Jahren.

          Seit dem Sommer haben die Notenbanker in London aber immer deutlicher einen Kurswechsel signalisiert. Denn seit dem Brexit-Referendum im vergangenen Jahr hat das britische Pfund stark abgewertet, was zu einem Inflationsschub führte. Im September lagen die Verbraucherpreise im Königreich um 3,0 Prozent über dem Vorjahresniveau - und damit klar über dem von der Regierung vorgegebenen Ziel von 2,0 Prozent. Unumstritten ist der Zinsschritt dennoch nicht: Einige Fachleute rieten, angesichts der wirtschaftlichen Ungewissheit durch den bevorstehenden EU-Austritt, zunächst nicht an der Zinsschraube zu drehen.

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