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Großbritannien : Superreiche sollen Vermögen ins Ausland verlagern

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Das Chaos um den Brexit sorgt für immer mehr Verunsicherung an den internationalen Finanzmärkten. Bild: AFP

Rette sich, wer kann? Einem Zeitungsbericht zufolge haben Vermögensberater der Credit Suisse ihren britischen Kunden empfohlen, ihr Geld ins Ausland zu bringen.

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          Das Chaos um den Brexit sorgt für immer mehr Verunsicherung an den internationalen Finanzmärkten. Ein ungeregelter Brexit wird wahrscheinlicher, zumal dieser Weg nun auch offiziell im britischen Parlament diskutiert wird. Die Ungewissheit hat weitreichende Folgen. Die „Financial Times“ berichtet am Dienstag, dass manche Privatbankiers bei der Credit Suisse ihren Kunden angesichts der unklaren Situation empfohlen hätten, darüber nachzudenken, sich mit ihrem Geld aus Großbritannien zurückzuziehen.

          Dem Bericht zufolge haben die Betreuer ihre wichtigsten Kunden kontaktiert, um ihnen mitzuteilen, dass eine Fluchtreaktion schon eingesetzt habe. Superreichen Kunden empfahlen sie, noch vor der Brexit-Abstimmung im Parlament Mitte Januar über ähnliche Schritte nachzudenken.

          Schon in der Vergangenheit haben einige reiche Einwohner Londons damit begonnen, Geld ins Ausland zu transferieren, insbesondere in Offshore-Finanzplätze. Jedoch nicht nur wegen des anstehenden Brexits, sondern auch wegen einer möglichen Machtübernahme der linken Labour-Partei. Besonders beliebte Ziele seien die Kanalinseln und die Schweiz, wie die „Financial Times“ bereits im Oktober berichtet hatte. Viele Superreiche seien sogar bereit, Großbritannien ganz den Rücken zu kehren, um nicht „Opfer“ einer von Labour-Chef Jeremy Corbyn ins Spiel gebrachten Reichensteuer zu werden.

          Andere international tätige Vermögensverwalter halten das Vorgehen der Credit Suisse für ungewöhnlich. Demnach sei es nicht üblich, Klienten mit der Empfehlung anzuschreiben, ihr Vermögen ins Ausland zu schaffen. Laut einem Vermögensverwalter sei es ihre Aufgabe, Klienten zu beruhigen und nicht noch Öl ins Feuer zu gießen, in dem man empfiehlt, sein Geld aus Großbritannien herauszuschaffen. Allerdings sei dies derzeit auch nicht die offizielle Ansicht der Credit Suisse, dass Klienten ihr Vermögen wegen des Brexits oder aus anderen politischen Gründen ins Ausland schaffen sollten, sondern augenscheinlich nur die Ansicht einzelner Bank-Berater.

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