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Technische Analyse : Licht und Schatten bei den BRIC-Ländern

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Seitdem befindet sich der Index in einer sehr langfristigen Seitwärtspendelbewegung mit einer negativen Grundausrichtung. Von April 2011 an und Kursen um 2134 Punkte ergab sich ein idealtypischer Baisse-Trend, der im Dezember 2014 (Krim-Krise) im Ausverkauf bei 578 Punkten endete. Vom 1. Quartal 2016 an etablierte der RTS Index (Start bei 816 Punkten) wieder einen moderaten Aufwärtstrend, dessen Trendlinie nach mehr als zwei Jahren bei ungefähr 1050 Punkten liegt.

Mit dem Rückenwind der steigenden Rohölnotierungen stieg der Index bis zum Februar 2018 bis auf 1339 Punkte (neue Widerstandszone). Danach sorgte ein Gewinnmitnahmesignal für einen Kursrutsch, so dass der Index jetzt in einem mehrmonatigen Trading-Markt im Umfeld der fast waagerecht verlaufenden 200-Tage-Linie (zurzeit bei 1180 Punkten) mit der Kernhandelsspanne von 1100 bis 1200 Punkten seitwärts festhängt. Aus übergeordneter technischer Sicht fehlen die Hinweise, dass der RTS Index seine Aufwärtsbewegung in den kommenden Monaten wiederaufnimmt. Aktuell wäre ein Index-Investment nur eine technische Halteposition mit einem strategischen Sicherungsstopp bei 1020 Punkten. Denn fällt der Index unter dieses Niveau, wäre der moderate Aufwärtstrend der vergangenen zwei Jahre beendet.

Eine Stabilisierungschance in Schanghai

Der Schanghai Stock Exchange Composite Index (kurz Schanghai Composite), der am 19. Dezember 1990 bei 100 Punkten startete, umfasst alle chinesischen A- und B-Aktien der Schanghai Stock Exchange. Dies sind zurzeit 1476 chinesische Aktien. Dieser Index weist drei langfristige technische Charakteristika auf. Zuerst befindet sich der Schanghai Composite seit dem Jahr 1996 und Kursen um 512 Punkte in einer sehr langfristigen Hausse-Bewegung, wobei der mehr als 20 Jahre andauernde Hausse-Trend aktuell schon bei etwa 2500 Punkten nur leicht unterhalb des aktuellen Kursniveaus von 2780 Punkten liegt.

Zweitens gibt es im Index nur kurze Zeitperioden wie 2005 und 2014 mit sehr ausgeprägten Aufwärtstrends und danach viele Jahre mit Seitwärtspendelbewegungen beziehungsweise technischen Zwischenbaissen. Als Konsequenz befindet sich der Index drittens – trotz des noch intakten, sehr langfristigen Aufwärtstrends – schon seit dem Jahr 2005 nur noch in einer Seitwärtspendelbewegung. Seit dem Zwischenhoch bei 5180 Punkten im Juni 2015 setzte ein sehr ausgeprägter Abwärtstrend ein, der im Januar 2016 bei 2638 Punkten (neue mittelfristige Unterstützungszone) endete.

In den zwei folgenden Jahren ergab sich im Schanghai Composite ein Aufwärtskanal, der den Index wieder bis auf 3587 Punkte (Januar 2018; neue Widerstandszone) führte. Im Januar 2018 rutschte der Index mit einem neuen Verkaufssignal aus diesem Aufwärtstrend heraus und hat wieder einen Zwischenbaisse-Trend etabliert, der zurzeit bei 2950 Punkten liegt. Der Index ist jetzt sowohl in die Nähe der alten Unterstützungszone um 2640 Punkte zurückgefallen als auch mit einer mittelfristig überverkauften Lage ausgestattet. Als Konsequenz deutet sich zumindest eine mittelfristige Stabilisierungschance auf dem aktuellen Kursniveau an, das der Index schon zum Jahresanfang 2007 aufwies. Solange aber nicht eine technische Bodenformation vorliegt, sollte die zurzeit defensive technische Haltung gegenüber dem Schanghai Composite nicht gelockert werden.

Der Autor leitet in der Commerzbank den Bereich Technische Analyse & Index Research.

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