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Vor Unterhaus-Abstimmung : Pfund leidet unter Brexit-Machtprobe

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Das britische Pfund ist erneut unter Druck gekommen. Bild: Reuters

Das englische Pfund fällt gegenüber dem Dollar auf ein Siebenmonatstief. Zuvor hatte Premierministerin Theresa May eine weitere Niederlage im britischen Oberhaus erlitten. Analysten äußern sich skeptisch.

          Der Kampf um den Brexit im britischen Parlament mit Premierministerin Theresa May geht nicht spurlos am Pfund vorüber. Der Sterling gab den zweiten Tag im Folge gegenüber dem amerikanischen Dollar nach und fiel um 0,3 Prozent auf 1,3200 Dollar, das ist das niedrigste Niveau seit November 2017.

          Das britische Oberhaus hatte zuvor am Montagabend mit großer Mehrheit für einen Zusatz zum EU-Austrittsgesetz abgestimmt, der dem Parlament die Kontrolle über den Brexit-Prozess gibt, falls ein Abkommen mit Brüssel nicht mehr rechtzeitig zustande kommen oder vom Parlament abgelehnt werden sollte. Premierministerin Theresa May wird sich daher abermals einer Brexit-Machtprobe im Parlament stellen müssen.

          Wenn der Gesetzentwurf am Mittwoch ins Unterhaus zurückkehrt, dürfte es zum Showdown mit den EU-freundlichen Rebellen in Mays Konservativer Partei kommen. Dort verfügt May seit der vorgezogenen Parlamentswahl im vergangenen Jahr nur über eine hauchdünne Minderheit. Erst vergangene Woche hatte die Regierungschefin eine Niederlage zu einem ähnlichen Gesetzeszusatz im Unterhaus nur mit knapper Not durch Versprechen an die proeuropäischen Rebellen um den ehemaligen Generalstaatsanwalt Dominic Grieve abwenden können. Doch die fühlten sich anschließend verraten und drohen nun, der Regierung mithilfe der Opposition eine Niederlage zuzufügen.

          Devisenexperten warten nun den Mittwoch ab, die Abstimmung im Unterhaus könnte das Ergebnis der Brexit-Gespräche und damit auch den Kursverlauf des Pfunds weiter bestimmen. Analysten der Nordea Bank äußerten sich skeptisch, man bleibe in den nächsten drei Monaten gegenüber dem Pfund negativ eingestellt. Hinzukommt, dass die Zweifel im Markt wachsen, die Bank of England (BoE) werde nicht bald den nächsten Schritt zu einer strafferen Geldpolitik einleiten und den Leitzins erhöhen.

          Am Donnerstag kommt es zum Zinsentscheid der Bank of England. Der DekaBank zufolge hat es die BoE schwer, ihre nächsteLeitzinserhöhung auf 0,75 Prozent zeitlich unterzubringen. Nach dem schwachen ersten Quartal sei schon der Mai aus dem Rennen gewesen, und auch der August bleibe wegen schwacher Zahlen zur Industrieproduktion und unveränderter Inflationsraten fragwürdig. Nach Ansicht der Analysten wird sich die BoE wohl noch alle Optionen offenhalten.

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