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Erholungsrally für Anleger? : Börsianer bringen sich für Aufholjagd in Stellung

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Am 27. Dezember 2018 überraschte der Dow Jones Anleger mit einem historischen Comeback. Bild: AP

Anleger hoffen zum Jahresstart auf eine Erholungsrally an den Börsen. Schon in der kommenden Woche werden wichtige Zahlen erwartet – sie könnten dem Aufschwung Rückenwind geben.

          Nach der Achterbahnfahrt zum Jahresstart hoffen Anleger auf eine Erholung an den Börsen. „Die Märkte sind zurzeit gefangen in einer gewissen Angst, aber Investoren sollten nicht zu pessimistisch sein“, sagt Aktienstratege Tobias Basse von der NordLB. Angesichts der Verluste des Dax in den letzten Wochen des vergangenen Jahres sei ein relativ großes Potenzial für eine Erholungsrally vorhanden.

          Das Jahr 2018 beendete der deutsche Leitindex mit einem Minus von 18,3 Prozent. Es war der erste Verlust seit 2011 und darüber hinaus der größte Abschlag seit der globalen Finanzkrise vor zehn Jahren. In den ersten drei Handelstagen des neuen Jahres legte der Dax eine Berg- und Talfahrt hin, kam aber kaum voran. Am Freitagnachmittag notierte er bei knapp 10.800 Punkten auf Wochensicht im Plus.

          An der Wall Street ergab sich im Wochenvergleich für den Dow Jones der Standardwerte ein Plus von 1,6 Prozent, den breiter gefassten S&P-500 ein Aufschlag von 1,9 Prozent und den Index der Technologiebörse Nasdaq ein Zugewinn von 2,3 Prozent.

          Wichtige Dezember-Daten

          Möglichen Rückenwind könnten die Börsen bekommen von den gleich zu Beginn der neuen Woche anstehenden Handelsgesprächen zwischen Amerika und China. Eine Delegation aus Washington wird am Montag und Dienstag zu „positiven und konstruktiven Diskussionen“ in Peking erwartet, wie das chinesische Handelsministerium bekanntgab. „Wir erwarten keinen Durchbruch, aber das Potenzial für positive Überraschungen ist da“, erläutert Edward Park, Vize-Investmentchef beim Handelshaus Brooks Macdonald.

          Allerdings hätten Anleger auch in der neuen Woche noch an den verfehlten Umsatzzielen von Apple zu knabbern, sagt Analyst Konstantin Oldenburger vom Online-Broker CMC Markets. Angesichts des schwächelnden China-Geschäfts sei der iPhone-Hersteller das prominenteste Opfer des Zollstreits mit den Vereinigten Staaten. „Es bleibt also abzuwarten, wie sich dieser Konflikt weiter entwickelt. Gibt es hier zeitnah eine Lösung, könnte das dann das ersehnte Licht am Ende des Tunnels für die Apple-Aktie, die Weltwirtschaft und damit auch den Deutschen Aktienindex sein.“

          Angesichts der immer stärker wachsenden Konjunkturängste der Anleger rücken nach Einschätzung von Analyst Basse die Dezember-Daten der amerikanischen Dienstleister in den Fokus. Diese werden für Montag erwartet. Die Industrie in den Vereinigten Staaten verlor im Dezember unerwartet stark an Schwung. Außerdem geben die ebenfalls zum Wochenauftakt anstehenden Auftragseingänge für langlebige Güter Einblick in die amerikanische Konjunktur. Am Dienstag folgt die Handelsbilanz.

          Heiß erwartete Zinsprotokolle

          Diesseits des Atlantik stehen die deutschen Auftragseingänge sowie die deutschen und europäischen Einzelhandelsumsätze am Montag auf dem Terminplan. Hinzu kommt der europäische Geschäftsklimaindex am Dienstag.

          Mit Spannung blicken Börsianer am Mittwoch zudem auf die Veröffentlichung der Protokolle der amerikanischen Notenbank Fed. Aus den Mitschriften der jüngsten geldpolitischen Beratungen erhoffen sie sich Rückschlüsse auf Zeitpunkt und Tempo der signalisierten Zinserhöhungen. Die Währungshüter Amerikas hoben die Zinsen 2018 viermal an auf die aktuelle Spanne von 2,25 bis 2,5 Prozent. Für das laufende Jahr signalisierten sie zwei weitere Erhöhungen.

          Zinsexperte Ian Lyngen vom Broker BMO Capital Markets geht davon aus, dass die Fed in den kommenden 24 Monaten nicht nur ihren Zinserhöhungskurs stoppen wird, sondern aktiv mit Senkungen beginnen muss. Vor diesem Hintergrund richteten Anleger ihre Blicke auch auf die Veröffentlichung der amerikanischen Verbraucherpreise am Freitag.

          Einen Tag nach der Fed veröffentlicht die Europäische Zentralbank (EZB) die Protokolle ihrer jüngsten Ratssitzung. Hier hoffen Investoren auf Hinweise, wann die Euro-Hüter die Zinsen erstmals seit etwa einem Jahrzehnt wieder anheben werden. 

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