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Börsenausblick : „Die Finanzmärkte warten auf weißen Rauch aus Washington“

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Zurückhaltung dürfte auch in der neuen Woche oberste Prämisse der Anleger am deutschen Aktienmarkt sein. Bild: Reuters

Zurückhaltung dürfte auch in der neuen Woche oberste Prämisse der Anleger am deutschen Aktienmarkt sein. Wird die Luft langsam dünner?

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          Zurückhaltung dürfte auch in der neuen Woche oberste Prämisse der Anleger am deutschen Aktienmarkt sein. Die Anfang Oktober gestartete Kursrally geriet zuletzt ins Stocken - ein nachhaltiger Sprung über die Marke von 13.300 Punkte blieb im Dax bislang aus. Selbst die erhofften positiven Signale aus den Verhandlungen des amerikanischen-chinesischen Handelskonflikts reichten nur noch für schnell wieder verpuffte Kursgewinne.

          So sprach der Wirtschaftsberater von Präsident Donald Trump, Larry Kudlow, kurz vor dem Wochenende von sehr konstruktiven Diskussionen mit Peking. Beide Seiten seien nur noch „wenige Federstriche“ von einem Zwischenabkommen entfernt. Neu ist diese Erkenntnis jedoch nicht. Was fehlt sind greifbare Verhandlungserfolge.

          Ob diese nun nach einem Telefonat am Samstag zwischen Chinas Vize-Ministerpräsident Liu He mit dem amerikanischen Finanzminister Steven Mnuchin sowie dem Handelsbeauftragten Robert Lighthizer näher gerückt sind, bleibt vorerst offen. Das Gespräch, über das die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua am Wochenende berichtete, kann positiv wie negativ interpretiert werden. Entweder stehen beide Seiten kurz vor einem Phase-1-Abkommen oder es tauchten Stolpersteine auf, über die gesprochen werden musste.

          „Weiterhin warten die Finanzmärkte auf weißen Rauch aus Washington, was eine erste Einigung im Handelsstreit mit China angeht“, schrieb der Chefvolkswirt der DeKaBank Ulrich Kater. Auch über die angedrohten Autozölle gegenüber Europa müsse noch entschieden werden, so Kater. Und die Nachricht, dass die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal eine Rezession vermeiden konnte, habe die Börsianer auch nicht aus der Reserve gelockt. Dafür sei die gemeldete Steigerung des BIP zu gering ausgefallen.

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          Von Anfang Oktober bis Anfang November hatte der Dax um gut zwölf Prozent zugelegt bis auf den höchsten Stand seit Anfang 2018, seither holen die Anleger erst einmal Luft. Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners sprach von einer liquiditätsgetriebenen Rally, die fundamental schwer zu rechtfertigen sei. Mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis jenseits 24 sei der deutsche Leitindex derzeit so teuer wie nie seit der Finanzkrise.

          Luft könnte dünner werden

          Dies lässt darauf schließen, dass die Luft nun dünner wird. Ausbleibende oder gar negative Nachrichten zum Handelsstreit können die Märkte schnell wieder unter Druck setzen. „Anleger glauben zwar an einen kurzfristigen Deal, aber es scheint so, also hätten alle vergessen, wie häufig diese Hoffnung bereits enttäuscht wurde“, warnte Altmann. Amerikanische Strafzölle auf deutsche Autos wären der nächste Nackenschlag für die zuletzt so gebeutelte Industrie, so der Experte.

          Von der Berichtssaison kommen derweil in der neuen Woche kaum noch Impulse, sie ist so gut wie beendet. Nachzügler sind der Immobilienkonzern Grand City Properties, der am Montag die Zahlen für das dritte Quartal veröffentlicht, sowie der Industriekonzern Thyssenkrupp, dessen Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr am Donnerstag auf der Agenda stehen. Die Geschäftszahlen des Nutzfahrzeugzulieferers Jost Werke und des Ticketvermarkters CTS Eventim - beide ebenfalls am Donnerstag - dürften nur noch wenig Überraschungspotenzial bieten. Beide Unternehmen hatten bereits Eckdaten vorgelegt.

          Konjunkturdaten, die den Aktienmarkt bewegen könnten, gibt es erst gegen Ende der Woche. Am interessantesten dürften dabei die Daten zur Stimmung in der deutschen und europäischen Industrie sein. „Zahlreiche Unsicherheitsfaktoren belasten weiter die Konjunktur in der Eurozone. Darauf dürften die Einkaufsmanagerindizes für den November hinweisen“, glaubt Ökonom Kater. „Wahrscheinlich bleibt es bei einem schwachen Wachstumssignal für den Euroraum.“

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