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Börsenwoche : Der Dax schwebt in luftigen Höhen

Rekorde nicht nur an der Wall Street in New York Bild: AP

Trotz der dritten Corona-Welle markieren viele Aktienindizes Rekorde – positiven Konjunkturdaten und Unternehmensnachrichten sei Dank. Auch der deutsche Leitindex fliegt so hoch nie. Doch die Luft wird dünn und dünner.

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          Inmitten der Corona-Pandemie geht die Jagd nach Rekorden an den Aktienbörsen immer weiter. Getrieben vor allem durch eine ganze Reihe überraschend positiver Konjunkturdaten sowie starker Unternehmenszahlen und einer insgesamt wachsenden Zuversicht erreichten die großen amerikanischen Indizes schon im Wochenverlauf immer wieder neue Höchstwerte. Der Dow Jones schaffte es dabei am Donnerstag zum ersten Mal in seiner langen Geschichte die Marke von 34.000 Punkten zu überrunden.

          Kerstin Papon
          (kpa.), Finanzen, Wirtschaft

          Hierzulande gelang es dem Dax gleichwohl erst am Freitag seinen nach Ostern aufgestellten Rekord von 15.312 Punkten zu überbieten – beflügelt sicherlich von der Kursrally in Amerika. In den Tagen davor zeigten sich die deutschen Standardwerte eher wenig bewegt. Der Dax kletterte bis auf 15.474 Punkte – ein Plus von 12 Prozent seit Jahresbeginn. Auch den Werten der zweiten Reihe im M-Dax bescherte diese Woche einen Rekord. Der Kleinstwerteindex S-Dax lag zudem erstmals oberhalb von 16.000 Punkten. Der Euro-Stoxx-50 für den Euroraum kletterte auf mehr als 4000 Punkte – das höchste Niveau seit der Finanzkrise 2008.

          Wachstumsrekord in China

          Aus China wurde zudem ein Wachstumsrekord vermeldet. Das chinesische BIP hat im ersten Quartal 18,3 Prozent zugelegt und damit so stark wie noch nie in einem Vierteljahr seit Bekanntgabe dieser Daten in 30 Jahren. Die Wirtschaft des Landes hat sich trotz der Pandemie sehr gut entwickelt. Es kommt allerdings auch ein gewisser Basiseffekt zum Tragen, da es im ersten Quartal 2020 um 6,8 Prozent und damit deutlich abwärts ging.

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          Anders als es die Börsenrally aber vielleicht vermuten lässt, ist das Umfeld weiterhin von vielen Risiken geprägt, zumal viele Aktien inzwischen als hoch bewertet gelten. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO hat sich die Zahl der Corona-Neuinfektionen je Woche in den vergangenen beiden Monaten auf der Welt fast verdoppelt. Die dritte Infektionswelle nimmt auch in Deutschland immer mehr Fahrt auf, abermalige deutliche Einschränkungen sind absehbar. In Amerika kommt das Impfprogramm zwar trotz der jüngsten Unsicherheit rund um den Impfstoff von Johnson&Johnson rasant voran, die Infektionszahlen steigen gleichwohl auch hier wieder kräftig. Immerhin ist schon fast ein Viertel der rund 330 Millionen Einwohner vollständig geimpft. Hierzulande trifft dies bislang nur für gut 6 Prozent der Bevölkerung zu.

          Unter den vielen Gesellschaften, die in den vergangenen Tagen über ihr Geschäft berichteten, ragen sicherlich die großen amerikanischen Finanzhäuser wie Bank of America, Citigroup, Goldman Sachs, JP Morgan oder Wells Fargo hervor. Dank des Börsenbooms und geringerer Sorgen über ausfallende Kredite verbuchten sie hohe Gewinne. Die größte Kapitalanlagegesellschaft der Welt Blackrock gab bekannt, erstmals ein Vermögen von mehr als 9 Billionen Dollar zu verwalten. Die Kursreaktionen waren dennoch gemischt.

          Fulminantes Debüt mit Fragezeichen

          Für Aufsehen sorgte auch das fulminante Börsendebüt von Coinbase, Handelsplattform für Kryptowährungen wie Bitcoin. Der erste Handelskurs an der Wall Street lag am Mittwoch um mehr als 50 Prozent über dem Referenzkurs von 250 Dollar. Das Geschäft birgt zwar viel Phantasie. Doch eine Marktkapitalisierung mehr als doppelt so hoch wie die der großen Börsen Nasdaq und Nyse zusammen ruft nicht wenige Skeptiker auf den Plan.

          Gute Nachrichten von Seiten der Konjunktur sind zudem nicht nur positiv, bergen sie doch die Gefahr höherer Zinsen und von Inflation. Doch den deutlichen Anstieg der Einzelhandelsumsätze in Amerika im März etwa führen viele Fachleute vor allem auf Einmaleffekte durch die Corona-Hilfen zurück und sehen daher die lockere Geldpolitik noch nicht in Gefahr – auch, da die Zahl der Arbeitslosen weiter hoch ist. Insofern trauen viele Experten den Börsen mit dem Fortgang der Berichtssaison vorerst weitere Höhenflüge zu – und das trotz der nichtendenwollenden Pandemie.

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