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Neue Aktien : Börsenneulinge müssen kleinere Brötchen backen

  • Aktualisiert am

Suse-Chefin Melissa Di Donato: Erfolgreich an die Börse oder nicht? Bild: Reuters

Der Linux-Anbieter Suse kann seine Aktien nur am unteren Ende der Angebotsspanne plazieren. Andere Börsengänge waren jüngst noch weniger von Erfolg gekrönt.

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          Die Aktien des Nürnberger Linux-Softwareanbieter Suse werden wohl zu 30 Euro je Anteilsschein zugeteilt werden. Dies teilten die begleitenden Banken am Montag potenziellen Investoren mit. Der Ausgabepreis liegt damit nicht ganz am unteren Ende der Spanne, die von 29 bis 34 Euro reichte. Wenn alle 41,1 Millionen Aktien zugeteilt werden, hat der Börsengang ein Volumen von gut 1,2 2 Milliarden Euro. Schon am Freitag war die Spanne dem Vernehmen nach auf 29 bis 30 Euro verengt worden. In diesem Bereich sei die Emission einschließlich Aufstockungsoption überzeichnet.

          Am Mittwoch soll Suse sein Debüt an der Frankfurter Börse feiern. Das Unternehmen kommt zum Marktdebüt auf einen Börsenwert von gut fünf Milliarden Euro. Zwischen 540 und 560 Millionen Euro des Emissionserlöses fließen dem Unternehmen selbst zu, das damit einen Teil seiner Schulden tilgen will. Der Rest geht an den schwedischen Finanzinvestor EQT, der Suse 2018 für gut zwei Milliarden Euro gekauft hatte.

          Das ganz normale Feilschen

          Offenbar ist das Interesse also groß - allerdings nicht zu jedem Preis - das ganz normale Feilschen also. Am unteren Ende der Preisspanne kommt die 1992 gegründete Softwarefirma auf einen Börsenwert von rund fünf Milliarden Euro.

          Die Aktien können noch am Montag gezeichnet werden, am Mittwoch soll Suse sein Debüt an der Frankfurter Börse feiern. Knapp ein Viertel der Suse-Aktien soll dann im Streubesitz sein. Für 355 Millionen Euro kaufen sich zwei Ankerinvestoren ein: der US-Investor Capital Research und den Staatsfonds von Singapur, GIC.

          Gerüchte um Hgears

          Die Anfang des Jahres euphorische Stimmung für Börsengänge hatte zuletzt nachgelassen. Dabei kann man die Suse-Emission noch als erfolgreich ansehen. Auch der Getriebehersteller Hgears soll laut der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge die Preisspanne auf 25 bis 27 Euro für den eingeengt haben. Ursprünglich hatte diese 23 bis 31 Euro betragen. In der bisherigen Mitte der Preisspanne - mit der Einengung ist das nun das obere Ende - wurde ein Nettoerlös von rund 61 Millionen Euro angestrebt beim Angebot von 2,4 Millionen neuen Aktien aus einer Kapitalerhöhung. Hgears will den Handel an der Frankfurter Börse nach bisherigen Angaben am 21. Mai starten.

          Europas größte Laborkette Synlab hatte dagegen sogar das Emissionsvolumen kürzen und die Aktien am unteren Ende der Spanne ausgegeben müssen. Und der Online-Autohändler MeinAuto hatte seine Emission am Dienstag sogar in letzter Minute abgesagt und dies mit den Schwankungen an der Börse begründet, die eine schlechte Entwicklung des Aktienkurses nach dem Debüt befürchten ließen.

          „Grund dafür sind die derzeit ungünstigen Marktbedingungen für wachstumsstarke Unternehmen“, hatte MeinAuto am Dienstag der vergangenen Woche mitgeteilt. Die Entscheidung hätten das Unternehmen und der britische Finanzinvestor Hg gemeinsam getroffen. MeinAuto und Hg strebten weiter einen Börsengang an, „sobald sich die Marktbedingungen normalisieren“. Das Unternehmen hatte als ersten Handelstag an der Frankfurter Börse den 12. Mai anvisiert. Geplant war eine Marktkapitalisierung von 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro.

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