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Börsengang : Pharmazulieferer Polypeptide strebt an den Aktienmarkt

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An die Schweizer Börse kommt bald Bewegung - der erste Börsengang für dieses Jahr steht in den Startlöchern. Bild: Reuters

Es wäre das erste Börsendebüt in der Schweiz in diesem Jahr. Das Unternehmen stellt unter anderem Inhaltsstoffe für einen Impfstoff gegen Corona her. Auch ein bekannter Abenteurer hat die Hände im Spiel.

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          An der Schweizer Börse SIX zeichnet sich der erste Börsengang des Jahres ab. Der Pharmazulieferer Polypeptide will vorbehaltlich des Marktumfelds im zweiten Quartal seine Aktien am Börsenparkett in Zürich notieren lassen. Das teilte das Unternehmen mit schwedischen Wurzel und Sitz in Zug am Montag mit. Nach dem geplanten Initial Public Offering (IPO) werden sich voraussichtlich bis zu 40 Prozent des Aktienkapitals im Streubesitz befinden. Sowohl bestehende als auch neue Aktien sollen bei Investoren platziert werden.

          Angaben zum angestrebtem Emissionsvolumen oder zum genauen Zeitpunkt des Listings lehnte Polypeptide-Finanzchef Jan Fuhr Miller ab. Insidern zufolge könnte das Unternehmen auf einen Börsenwert von rund 1,5 Milliarden Franken kommen. Nach einer solchen Ankündigung dauert es üblicherweise rund einen Monat bis zum ersten Handelstag. Mit dem Erlös aus dem Börsengang sollen Investitionen beschleunigt, die Expansion in neue Geschäftsfelder vorangetrieben und eventuell Zukäufe finanziert werden.

          Die Transaktion liegt in den Händen der Joint Global Coordinators und Joint Bookrunners Credit Suisse, Morgan Stanley und Bank of America. Ebenfalls mit an Bord sind Berenberg, Danske Bank und die Zürcher Kantonalbank (ZKB).

          Die 1996 gegründete Polypeptide wird von einer Stiftung aus dem Umfeld des schwedischen Milliardärs und Abenteurers Frederik Paulsen Jr. kontrolliert. Paulsen, der in der Westschweiz lebt, steuerte im Jahr 2007 ein russisches Tauchboot auf den Meeresboden unter dem Nordpol. Im vergangenen Jahr erzielte das Unternehmen mit mehr als 900 Beschäftigten einen Umsatz von 223 Millionen Euro und einen bereinigten operativen Gewinn (Ebitda) von 62 Millionen Euro.

          Inhaltsstoffe auch für Krebsmedikamente

          Polypeptide entwickelt und produziert Peptide - Wirkstoffe, die etwa in Krebsmedikamenten, Antibiotika, Impfstoffen oder Anti-Faltenmitteln zum Einsatz kommen - für Pharma-, Biotechnologie-, Diagnostik- und Kosmetikunternehmen. Der Börsenaspirant betreibt sechs Produktionswerke in Europa, den Vereinigten Staaten und Indien und stellt unter anderem Ingredienzien für den Covid-19-Impfstoff des amerikanischen Konzerns Novavax her.Polypeptide ist in einem ähnlichen Gebiet wie das Schweizer Unternehmen Bachem tätig. Die Gesellschaft hat jüngst Raymond De Vre zum CEO ernannt. Er soll die langjährige Geschäftsführerin Jane Salik ablösen, die sich künftig auf ihre Rolle im Verwaltungsrat konzentrieren will.

          Immer neue Rekordstände an den Börsen lockten im laufenden Jahr schon zahlreiche Unternehmen an den Aktienmarkt, etwa die Vodafone-Funkturm-Tochtergesellschaft Vantage Towers und den Online-Gebrauchtwagenhändler Auto1 in Frankfurt oder die Krypotwährungsbörse Coinbase in den Vereinigten Staaten. Dagegen blieben Neuzugänge an der Schweizer Börse bislang aus. Im vergangenen Jahr wagten angesichts der Wirtschaftskrise und Marktturbulenzen im Zuge der Pandemie nur die Immobiliengesellschaft Ina Invest und die Haushaltsgerätefirma V-Zug den Sprung aufs Parkett in Zürich. Im Jahr 2019 hatte die Six sieben Neuzugänge verzeichnet, darunter milliardenschwere Unternehmen wie der Augenheilkonzern Alcona.

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