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Größter Börsengang der Welt? : Ölgigant Aramco legt Preis fest

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Saudi-Arabien bereitet den wohl größten Börsengang der Welt vor. Bild: Reuters

Saudi-Arabien will mit dem Verkauf von Aktien seines Ölkonzerns fast 26 Milliarden Dollar einnehmen. So viel Geld hat noch kein Börsengang eingebracht.

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          Das saudische Ölunternehmen Aramco hat den Ausgabepreis seiner Aktien festgelegt und steht womöglich vor dem größten Börsengang aller Zeiten. Der endgültige Ausgabepreis liege bei 32 Riyal (8,50 Dollar), teilte das Unternehmen am späten Donnerstagabend mit. Damit würde das Unternehmen mit 1,7 Billionen Dollar bewertet. Kronprinz Mohammed bin Salman hatte ursprünglich zwei Billionen Dollar anvisiert.

          Weil das Unternehmen nur 1,5 Prozent seiner Aktien zum Kauf anbietet, dürfte das saudische Energieunternehmen etwa 25,6 Milliarden Dollar mit dem Börsengang einnehmen. Es wäre der größte Börsengang aller Zeiten. Die chinesische Handelsplattform Alibaba hatte im Jahr 2014 bei ihrem Börsengang rund 25,03 Milliarden Dollar erzielt. Inflationsbereinigt käme Alibaba heute allerdings auf rund 27 Milliarden Dollar und wäre weiterhin Rekordhalter.

          Wie das saudische Unternehmen weiter mitteilte, war der Börsengang 4,7 mal überzeichnet. Ab wann die Aktie an der saudischen Börse gehandelt wird, teilte der Konzern zunächst nicht mit. Vorerst würden die notwendigen rechtlichen Prozeduren vervollständigt. Insider vermuten, dass der erste Handelstag kommende Woche stattfinden könnte. Im Jahr 2020 und 2021 soll dann ein internationales Angebot folgen. Saudi-Arabien hofft, sich mit den Einnahmen aus dem Börsengang unabhängiger vom Geschäft mit Öl und Gas zu machen.

          Der Börsengang war zuletzt immer wieder verschoben worden. Im September waren Einrichtungen des Unternehmens mit Drohnen angegriffen worden. Dies hatte die Ölproduktion des Landes zeitweise stark getroffen. Die jemenitischen Huthi-Rebellen übernahmen die Verantwortung für die schweren Angriffe, Saudi-Arabien und die Vereinigten Staaten sehen den Iran hinter der Attacke.

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