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Börsengang : Frankreichs Lotterie soll zur Volksaktie werden

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Gut gemischt: Euro-Millions-Kugeln bei der der französischen Lotteriegesellschaft Francaise des Jeux Bild: AFP

Der Staat verkauft 52 Prozent der Unternehmensanteile. Die Zeichnungsfrist für die Anleger hat am Donnerstag begonnen. Die Treue der Aktionäre soll belohnt werden.

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          In Frankreich beginnt seit langem wieder eine große Privatisierung, die eine Volksaktie hervorbringen soll: Am Donnerstag begann die Zeichnungsfrist für die Anteilsscheine am Lotterieanbieter Française des Jeux (FdJ). Bis zum 21. November, dem Tag der Börseneinführung, können die Anleger die Aktien so beziehen.

          Die französische Regierung senkt ihren Anteil an dem Unternehmen von 72 auf 20 Prozent. „In Zeiten niedriger Sparzinsen ist das für die Franzosen eine Gelegenheit, ihre Investitionen zu diversifizieren“, sagt der französische Finanzminister Bruno Le Maire.

          Die Aktien sollen nach den Ankündigungen vom Donnerstag zwischen 16,50 und 19,90 Euro je Anteilsschein kosten, was ungefähr den Erwartungen der Analysten entsprach. Das Unternehmen wird so mit 3,15 bis 3,8 Milliarden Euro bewertet. FdJ gilt unter Anlegern als sichere Investition, die sich etwa mit Versorgungsunternehmen vergleichen lässt.

          Zum einen wetten die Franzosen in guten wie in schlechten Zeiten. Zum anderen genießt die Gesellschaft das Monopol auf die Ziehung der Lottozahlen, auf verschiedene Rubbellose und die in physisch Geschäften abgegebenen Sportwetten, außer auf Pferderennen.

          10,7 Milliarden Euro Gewinn

          Das Unternehmen verfügt über 30.000 Verkaufsstellen, oft in Bar-Tabak-Läden. 90 Prozent des Umsatzes von insgesamt 1,8 Milliarden Euro erzielt FdJ innerhalb seiner Monopolrechte. Im vergangenen Jahr verzeichnete die Lotteriegesellschaft Wetteinsätze von 15,8 Milliarden Euro und schüttete Gewinne von 10,7 Milliarden Euro aus.

          Der Staat kassiert kräftig mit: 3,3 Milliarden Euro gingen im Jahr 2018 in Form von Steuern an den Staat. Dies wird auch weiterhin so bleiben, betont die Regierung, die so auf ein gutes Geschäft hofft. Zu den stabilen Steuereinnahmen kommen nun Privatisierungserlöse von 1,6 bis 1,9 Milliarden Euro hinzu. Dieses Geld will die Regierung in einen Fonds zur Innovationsförderung stecken. Nur die Dividendenzahlungen werden sinken. Doch das ist ein kleinerer Posten: Im vergangenen Jahr erhielt der französische Staat daraus 87 Millionen Euro.

          Franzosen mögen eigentlich keine Aktien

          Die Franzosen sind als Einzelaktionäre keine Liebhaber von Aktien. Frühere Teilprivatisierungen wie die von Eléctricité de France (EdF) im Jahr 2005 oder auch des Gasproduzenten Engie sowie der Fluggesellschaft Air France führten über die Jahre zu erheblichen Kursverlusten. Besser liefen dagegen die staatlichen Anteilsverkäufe am Flug- und Raumfahrtkonzern EADS (heute Airbus) und am Triebwerkhersteller Safran.

          Um die FdJ-Aktie attraktiv zu machen, erhalten Privatanleger einen Abschlag von 2 Prozent auf den Ausgabepreis. Zudem bekommen sie für zehn erworbene Aktien nach achtzehn Monaten Haltefrist einen Anteilsschein umsonst.

          Damit FdJ auch als Privatunternehmen die Regulierung respektiert, will die Regierung im kommenden Jahr eine neue Aufsichtsbehörde einführen. So sollen die Spielsucht in Grenzen gehalten und Minderjährige geschützt werden. Die Altaktionäre, darunter zwei Stiftungen für Kriegsversehrte (13 Prozent) sowie die Beschäftigten (5 Prozent) behalten ihre Anteile.

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