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Börsengang Paypal-Konkurrent : Adyen-Eigner machen Kasse

Auch der Musik-Streaming-Dienst Spotify rechnet über Adyen ab. Bild: Reuters

Der Paypal-Konkurrent Adyen geht an die Börse. Rund eine Milliarde Euro sollen dadurch in die Kassen der Großaktionäre fließen. Neues Geld bekommt Ayden nicht.

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          Der niederländische Zahlungsabwickler Adyen zielt mit seinem Börsengang auf einen Unternehmenswert zwischen 6,5 und 7,1 Milliarden Euro. Die Eigentümer, darunter die amerikanischen Beteiligungsgesellschaften Index Ventures und General Atlantic, bieten vorbörslich 14,2 Prozent aller Adyen-Aktien in einer Preisspanne von 220 bis 240 Euro je Aktie an, wie Adyen am Dienstag mitteilte. Der erste Handelstag der Adyen-Aktien an der Börse Amsterdam ist für den 13. Juni geplant.

          Hanno Mußler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Eine Kapitalerhöhung gibt es nicht, die Alteigner wollen durch den Aktienverkauf möglichst 947 Millionen Euro erlösen. Falls die Aktien in der Mitte der Preisspanne ausgegeben werden sollten, wäre Adyen mit 6,8 Milliarden Euro bewertet, immerhin 60 Prozent des Börsenwertes der Commerzbank. An dem 2006 gegründete Unternehmen hatten sich 2015 über Fonds auch Facebook-Chef Mark Zuckerberg, der Linkedin-Mitgründer Reid Hoffman und der Twitter-Erfinder Jack Dorsey beteiligt, damals noch zu einem Unternehmenswert von 2,3 Milliarden Dollar.

          Adyen gilt als ein Konkurrent des amerikanischen Zahlungsdienstes Paypal. Das Unternehmen wickelt hierzulande unter anderem die Zahlungen für den Fernbusanbieter Flixbus und die Streamingdienste Spotify und Netflix ab. 2017 machte Adyen gut 1,1 Milliarden Dollar Umsatz. Es gehört zu den wenigen europäischen Fintechs, die auf einen Marktwert von mehr als 1 Milliarde Dollar kommen und damit „Einhorn“ genannt werden.

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          Größer mit einem Jahresumsatz von zuletzt 1,5 Milliarden Euro ist allerdings die schon 1999, damals unter dem Namen Infogenie gegründete Wirecard AG aus der Nähe von München, die im Tec-Dax inzwischen auf einen Börsenwert von 17 Milliarden Euro kommt und damit der Deutschen Bank mit knapp 20 Milliarden Euro Börsenwert auf den Fersen ist.

          Adyen profitiert wie Paypal und Wirecard vom wachsenden Online-Handel. Es bietet Einzelhändlern eine einzige Zahlungslösung, um Kunden nahezu alle Bezahlmethoden über viele Vertriebskanäle anzubieten, sowohl online über Computer oder Smartphone als auch im Laden an der Kasse. Adyen ist verbunden mit großen Kreditkartenunternehmen und akzeptiert mehr als 250 Bezahlmethoden, darunter Apple Pay, Alipay in China, Sepa in Europa, Boletos in Brasilien, Qiwi in Russland und Konbini in Japan.

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