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Börsengänge : Nun richten sich die Hoffnungen auf Traton

Hinter dem Kunstnamen Traton verbergen sich die Lkw-Hersteller Scania und MAN. Bild: Reuters

Nach der Absage von Abacus Medicine lässt der erste Börsengang 2019 weiter auf sich warten.

          Am deutschen Markt für Börsengänge herrscht weiterhin Flaute. Der dänische Arzneimittel-Importeur Abacus Medicine, der eigentlich am Freitag sein Börsendebüt in Frankfurt feiern wollte, hat jetzt zum zweiten Mal den Börsengang verschoben.

          Hanno Mußler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Im Februar hatte der Mittelständler On-Off seinen geplanten Börsengang im Nachwuchssegment Scale gleichfalls verschoben und hatte sich dann im Mai im Münchener Nachwuchssegment m:access listen lassen - ohne Börsengang.

          Nun richten sich die Hoffnungen darauf, dass Traton die Flaute beendet. Die Nutzfahrzeugsparte von Volkswagen dürfte in den nächsten Tagen ihre Pläne für den vermutlich im Juli vorgesehenen Börsengang konkretisieren. Allerdings hat auch Traton schon einmal einen Rückzieher gemacht – erst im März verschob VW zunächst den Börsengang der Sparte, in der das Lastwagen- und Busgeschäft der Hersteller Scania und MAN gebündelt ist.

          Traton hat schon abgespeckt

          Im März hatte es in Finanzkreisen geheißen, dass VW für Traton einen Börsenwert von 15 Milliarden Euro anstrebe und ein Aktienpaket von 25 Prozent verkaufen wolle, jetzt ist unter Investmentbankern nur noch die Rede von 10 bis 15 Prozent der Aktien.

          Auch der Börsenwert Tratons dürfte geringer ausfallen als gedacht. Höchstens 2 Milliarden Euro seien mit dem Verkauf von 15 Prozent der Traton-Aktien erreichbar. Damit wäre Traton für deutsche Verhältnisse immer noch ein großer Börsengang – und der erste in diesem Jahr im hochregulierten Börsensegment Prime Standard überhaupt.

          Flaute seit Ende 2018

          Vor einem Jahr hatte es zu diesem Zeitpunkt schon sechs Börsenneulinge im Prime Standard gegeben, die Aktien für insgesamt 6,4 Milliarden Euro verkauften. Mit Siemens Healthineers (Emissionserlös: 4,2 Milliarden Euro) und der Fondsgesellschaft DWS (1,3 Milliarden Euro) waren darunter echte Schwergewichte.

          Doch spätestens im vierten Quartal 2018 kam das Aktienneuemissionsgeschäft in Deutschland so gut wie zum Erliegen. 2019 schaffte es bisher lediglich der Kommunikationssysteme-Anbieter Frequentis neu auf das Frankfurter Börsenparkett – allerdings nur in den zweitklassigen General Standard und nicht in den Prime Standard.

          ONOFF AG INH O.N.

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          Die Flaute mit Börsengängen hängt wesentlich an den im vierten Quartal 2018 stark gefallenen Aktienkursen, die auch für Börsenaspiranten die Bewertungen gedrückt haben. Hinzu kommen die wieder gestiegenen Kursschwankungen, die eine Aktienplazierung erschweren, weil Anleger das Risiko von Börsenneulingen scheuen.

          An Börsenaspiranten herrscht dagegen kein Mangel. Das Softwareunternehmen Teamviewer, der Sporthändler Signa Sports und der Personaldienstleister Allgeier werden etwa als Kandidaten für 2019 genannt. Aber erst muss der Gegenwind abnehmen, dann kann vielleicht Traton die Flaute beenden.

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