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Börsengänge : Majorel und Babbel wollen aufs Parkett

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Bertelsmann will sein Dienstleistungsgeschäft Majorel an die Börse bringen. Bild: dpa

2021 neigt sich schon dem Ende zu. Mit Majorel und Babbel könnten aber noch mindestens zwei interessante Börsengänge kommen.

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          Das Karussell der Börsengänge dreht sich weiter. So will der Bertelsmann-Konzern einen Teil seiner Dienstleistungssparte aufs Parkett bringen. Das Unternehmen Majorel, an dem der Konzern zur Hälfte beteiligt ist, teilte am Dienstag in Luxemburg mit, noch im zweiten Halbjahr eine Börsennotierung in Amsterdam anzustreben. Bertelsmann bleibe aber auch nach der Privatplatzierung zusammen mit dem Partner Saham, der die andere Hälfte an Majorel hält, strategischer Aktionär von Majorel, sagte Bertelsmann-Chef Thomas Rabe

          Majorel entstand Anfang des Jahres 2019 im Zuge einer Partnerschaft von Bertelsmann und Saham, die einige Geschäftsbereiche zusammenlegten, um einen führenden Anbieter von Kundenservice-Leistungen aufzubauen. Majorels Geschäftszweck ist die Optimierung der Beziehungen eines Unternehmens zu seinen Kunden, auch mittels technischer Lösungen, etwa durch den teilweisen Ersatz von Callcenter-Interaktionen durch automatisierte Verfahren.

          Majorel ist mit mehr als 60.000 Mitarbeitern in rund 30 Ländern tätig. Zu den mehr als 400 Kunden zählen den Angaben zufolge auch globale Technik-Unternehmen. Der Umsatz betrug gemäß der Bertelsmann-Bilanz im Jahr 2019 1,2 Milliarden Euro und wuchs 2020 auf rund 1,38 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr dieses Jahres stieg er nach Aussagen von Rabe um 35 Prozent.

          Die Dienstleistungssparte Arvato, zu der auch Majorel zählt, ist in der Bertelsmann-Bilanz eine wichtige Säule. Arvato war im Jahr 2020mit rund 4,4 Milliarden Euro Umsatz der zweitgrößte Bereich. Größer ist nur das Fernsehgeschäft der RTL Group mit rund 6 Milliarden Euro. An Position drei steht die Buchssparte Penguin Random House (3,8 Milliarden Euro).

          Bertelsmann treibt zurzeit viele Veränderungen voran. Innerhalb der RTL Group sollen größere Einheiten entstehen, um Streaminganbietern wie Netflix und Amazon besser Paroli bieten zu können. In Deutschland wird RTL deswegen das Magazingeschäft von Gruner + Jahr („Stern“, „Geo“) kaufen.

          Auch Babbel kommt noch 2021

          Ebenfalls noch 2021 soll der Berliner Sprachlern-Anbieter Babbel an die Börse. Dies teilte der Betreiber Lesson Line am Dienstag mit. Ziel sei es, mindestens 180 Millionen Euro einzunehmen. Beobachter schätzen, dass die 2007 gegründete Firma mit mehr als einer Milliarde Euro bewertet werden könnte. Der Konkurrent Duolingo, der rund 40 Millionen aktive Nutzer monatlich zählt, hatte im Juli ein fulminantes Börsendebüt an der Wall Street gefeiert und war mit 6,5 Milliarden Dollar bewertet worden.

          Unter der Marke „Babbel“ - abgeleitet vom hessischen Dialektwort für sprechen - bietet das Unternehmen in seiner App auf Abo-Basis Sprachkurse, Vokabel- und Rechtschreib-Tests in 15 Sprachen an. Zudem investierte Babbel bereits in eine Sprachreiseplattform und neue Lernmethoden wie Podcasts und Live-Tutoring-Klassen durch Muttersprachler. Mit den Einnahmen des Börsengangs will das Unternehmen sein Angebot weiter ausbauen. „Wir sehen auch großes Potenzial im Firmenkundengeschäft. Zudem wollen wir weiter in den USA expandieren. Dort sind wir eins der wenigen Startups aus Deutschland, das dort erfolgreich ist“, sagte Firmenchef Arne Schepker der Nachrichtenagentur Reuters.

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