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Was bringt die Woche? : Börsen zwischen Zoll-Hoffungen und Brexit-Sorgen

  • Aktualisiert am

Die Frankfurter Wertpapierbörse Bild: dpa

Am Freitag ist der Brexit-Tag ohne Brexit verstrichen. Damit geht die Unsicherheit an den Börsen auch kommende Woche weiter. Zuversichtlich stimmen Annäherungen zwischen China und Amerika.

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          Anlegern steht in der neuen Woche Experten zufolge ein weiteres Wechselbad der Gefühle bevor. Auf der einen Seite hoffen sie auf greifbare Ergebnisse im Handelsstreit zwischen Amerika und China. Zugleich allerdings steuert Großbritannien auf einen harten Brexit zu, nachdem das Parlament den EU-Austrittsvertrag erneut abgelehnt hatte. In der abgelaufenen Woche hatte der Dax 1,4 Prozent zugelegt.

          Die Hängepartie im Brexit-Streit wird sich auch in der neuen Woche fortsetzen. Premierministerin Theresa May will am Montag einen neuen Anlauf machen, um mit den Abgeordneten in London einen Ausweg aus der verfahrenen Situation zu finden. Am Freitag hatte das Unterhaus zum dritten Mal gegen Mays Austrittsdeal gestimmt.

          Davor hatten auch Alternativ-Vorschläge vergangene Woche keine Mehrheit gefunden. Großbritannien muss nun bis zum 12. April entscheiden, ob es ohne Vertrag aus der EU ausscheiden, den Brexit längerfristig verschieben oder ihn abblasen will. „Ein ungeordnetes Ausscheiden Großbritanniens aus der EU wäre der wahrscheinlichste Auslöser für eine Rezession in der Europäischen Union“, sagte Ludovic Colin, Anleihechef beim Vermögensverwalter Vontobel.

          Konjunkturschwäche nur vorübergehend? 

          Balsam für die Investoren waren zuletzt Signale, dass es Fortschritte in den Handelsgesprächen zwischen den Vereinigten Staaten und China gebe. „Das ist erst mal nichts Neues“, sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. Ermutigend sei allerdings, dass sich die Parteien in sensiblen Punkten wie dem Technologietransfer nähergekommen seien. „Es ist die Hoffnung auf ein Abkommen, die die Aktienmärkte trotz der steigenden Rezessionsängste relativ stabil hält.“ Der amerikanische Finanzminister Steven Mnuchin kündigte weitere Gespräche in der neuen Woche mit dem stellvertretendem chinesischen Ministerpräsidenten Liu He in Washington an.

          Ferner richten Börsianer ihre Aufmerksamkeit auf die amerikanischen Beschäftigtenzahlen am Freitag. Die enttäuschenden Daten für Februar seien ein Ausreißer gewesen, sagte Commerzbank-Volkswirt Christoph Balz. Für März erwarte er außerhalb der Landwirtschaft 185.000 neu geschaffene Stellen. Einen Vorgeschmack auf die offiziellen Daten liefern die Zahlen der privaten Arbeitsagentur ADP am Mittwoch. Außerdem werden in Amerika noch die Einzelhandelsumsätze (Montag) und die Auftragseingänge für langlebige Güter (Dienstag) veröffentlicht.

          „Die Investoren werden sehr empfindlich auf die Konjunkturdaten reagieren“, sagte Anlagestratege Jack Ablin vom Vermögensverwalter Cresset Capital Management. Sollten die Markterwartungen erfüllt oder übertroffen werden, wäre dies ein Hinweis darauf, dass die Konjunkturschwäche zum Jahresbeginn nur vorübergehend war, ergänzte Ökonom Russell Price vom Finanzdienstleister Ameriprise Financial.

          Diesseits des Atlantiks stehen die Stimmungsbarometer der deutschen und europäischen Einkaufsmanager sowie die europäischen Inflationsdaten (jeweils Montag) auf dem Terminplan. Rechne man die stark schwankenden Preise für Energie und Lebensmittel heraus, sei die Teuerung im März auf 0,9 von 1,2 Prozent gefallen, prognostizierte Commerzbank-Experte Balz.

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