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Finanzmärkte : Zinshoffnungen stimmen Anleger zuversichtlich

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Wieder aufwärts für Aktien: Börsenparkett in Frankfurt Bild: Reuters

Ein nachlassender Inflationsdruck in den Vereinigten Staaten lässt Anleger hoffen. Nicht nur an der Wall Street sind Aktien gefragt. Der amerikanische Dow Jones Index etwa legt so deutlich zu wie seit drei Wochen nicht mehr.

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          Die Hoffnung auf einen nachhaltig abnehmenden Inflationsdruck in den Vereinigten Staaten und ein langsameres Tempo bei den Zinserhöhungen der amerikanischen Notenbank Federal Reserve hat den deutschen Aktienmarkt am Donnerstag angetrieben. Aus Unternehmenssicht stand zudem der letzte „heiße Tag“ der Berichtssaison mit vielen Quartalszahlen von Unternehmen aus der Dax-Familie im Fokus.

          Der Dax stieg in den ersten Minuten des Xetra-Handels um 0,3 Prozent auf 13.736 Punkte. Damit überwand das wichtigste deutsche Börsenbarometer die 100-Tage-Linie von 13.719 Punkten, die als Indikator für den mittelfristigen Trend gilt. Nun nähert sich der Dax seinem Hoch seit Mitte Juni bei 13.792 Punkten aus der Vorwoche. Der M-Dax der mittelgroßen Unternehmen gewann am Donnerstagmorgen 0,4 Prozent auf 27.934 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex Euro-Stoxx-50 legte um rund 0,5 Prozent zu.

          Zu den größten Kursgewinnern im Dax zählten am Morgen Eon mit einem Plus von 2 Prozent sowie MTU Aero Engines mit einem Aufschlag von 1,5 Prozent. Die deutlichsten Kursverluste wiederum verzeichneten RWE mit einem Minus von zeitweise 2,9 Prozent und Siemens mit einem Kursabschlag von 2 Prozent, gefolgt von Vonovia mit minus 1,6 Prozent.

          In den USA hat ein langsamerer Anstieg der Inflation als im Vormonat Anleger am Mittwoch in Scharen zurück an die Börse getrieben. Der Dow-Jones-Index stieg um 1,6 Prozent auf 33.309 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 zog 2,1 Prozent auf 4210 Punkter an. Der zuletzt besonders unter Druck geratene technologielastige Nasdaq-Index machte einen Satz von 2,9 Prozent auf 12.855 Punkte. Für Nasdaq und S&P war es der größte Tagesgewinn seit zwei Wochen, für den Dow-Jones sogar seit drei Wochen.

          Weniger Sorge über große Zinsschritte

          Die Furcht der Anleger vor einem weiteren XXL-Zinsschritt der amerikanischen Notenbank flaute deutlich ab. Ungewöhnlich große Zinsschritte der Fed hatten zuletzt die Börsen belastet und die Furcht vor einer Rezession geschürt.

          „Die Inflation ist mit 8,5 Prozent immer noch sehr hoch, aber es herrscht die Zuversicht, dass der Juni vielleicht der Höhepunkt war“, sagte der Vizepräsident für Handel und Derivate bei Charles Schwab, Randy Frederick. Er warnte jedoch, vor der kommenden Fed-Sitzung stünde noch die Bekanntgabe der Entwicklung der Erzeugerpreise für Juli kommenden Donnerstag und die Inflations- und Beschäftigungsdaten für August an. Erst danach werde die Notenbank ihren Kurs festlegen.

          DOW JONES

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          „Die Anzeichen für eine Verlangsamung der Inflationsrate geben Hoffnung, dass die Zinserhöhungen der Federal Reserve nicht so weit gehen müssen wie bisher angenommen“, sagte Mike Owens, Händler bei Saxo Markets. Die Wetten auf eine dritte Zinserhöhung der US-Notenbank um 0,75 Prozent im September ebbten deutlich ab. Anleger gingen nun verstärkt von einem moderateren Schritt von 0,5 Prozent aus. Die Teuerungsrate fiel im Juli auf 8,5 Prozent und damit stärker als von Experten im Vorfeld erwartet. Im Juni hatte die amerikanische Inflation mit 9,1 Prozent den höchsten Wert seit mehr als 40 Jahren erreicht.

          Ökonomen warnten allerdings davor, dass das Inflationsgespenst noch nicht gebannt sei. Zwar könne man nach den heutigen Daten etwas aufatmen, konstatierten die Experten der Commerzbank. „Das Inflationsproblem dürfte sich aber als sehr hartnäckig erweisen.“

          Bei den Einzelwerten stand Tesla im Rampenlicht, nachdem Konzernchef Elon Musk für fast sieben Milliarden Dollar Aktien des Elektroautobauers verkauft hat. Musk zufolge dient das Geld zur Übernahme von Twitter, falls er den Rechtsstreit verlieren sollte, mit dem der Kurznachrichtendienst doch noch die 44 Milliarden Dollar schwere Übernahme erzwingen will. Die Vorbereitung einer „Kriegskasse“ für die Twitter-Übernahme schütze davor, dass später ein Blitzverkauf notwendig werde, sagte Matt Britzman, Analyst bei Hargreaves Lansdown. Tesla-Aktien legten 3,9 Prozent zu; die Papiere von Twitter zogen 3,7 Prozent an.

          Die Facebook-Mutter Meta legte um 5,8 Prozent zu nachdem der Konzern bekannt gegeben hatte, bei seiner ersten Anleihe überhaupt zehn Milliarden Dollar eingesammelt zu haben. Generell lief es gut für große Tech-Unternehmen. Die Papiere von Apple, Alphabet, Amazon und Microsoft stiegen alle um über zwei Prozent.

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