https://www.faz.net/-gv6-9hrxy

Furcht vor Konjunktureinbruch : Zalando-Aktienkurs bricht um 17 Prozent ein

  • Aktualisiert am

Die Aktie des Online-Versandhändlers Zalando gerät am Montag in Sippenhaft. Bild: dpa

Das Börsengeschehen wird am Montag von einer Branche dominiert: Der britische Online-Modehändler Asos schockt mit einer Gewinnwarnung, während es gute Nachrichten von einem schwedischen Textilkonzern gibt.

          Zum Auftakt der letzten Handelswoche vor Weihnachten sind die Anleger in der Defensive geblieben. Gewinnwarnungen des Ökostrom-Konzerns Innogy und des britischen Online-Modehändlers Asos zehren an den Nerven und schüren die Furcht vor einem Konjunktureinbruch.

          „Die Luft ist raus, die Agenda dünn und die Probleme bleiben – auch in der Handelswoche vor Weihnachten dürften an der Börse keine Geschenke für die Anleger verteilt werden“, sagte Marktanalyst Jochen Stanzl vom Brokerhaus CMC Markets.

          Der Dax notierte am Montagvormittag knapp im Minus bei 10.855 Zählern. Für Unsicherheit sorgte nach wie vor die Unklarheit um den britischen EU-Ausstieg. Die Labour-Partei will zwar alles daran setzen, um bereits in den kommenden Tagen einen Parlamentsentscheid über das von Premierministerin Theresa May ausgehandelte Brexit-Abkommen zu erreichen.

          DAX ®

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          Jedoch zeichnet sich im Unterhaus keine Mehrheit für das Vertragswerk ab. „Eine Abstimmung noch in diesem Jahr könnte die Börsen zum Jahresende hin noch einmal ordentlich durchwirbeln“, sagte Fondsmanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. „Vom geordneten Brexit bis zum Exit vom Brexit ist alles möglich.“

          Zalando und Adidas in Sippenhaft

          Einer der größten Stimmungsdämpfer in den europäischen Börsensälen war die Prognosesenkung des Zalando-Rivalen Asos. Die Geschäfte liefen im November schlechter als erwartet und Asos nahm die Ziele für das Geschäftsjahr 20018/19 zurück. Asos kürzte sein Umsatzziel für das Gesamtjahr von 20 bis 25 auf nur noch „etwa 15“ Prozent - und machte eine deutliche Verschlechterung der Geschäftslage im November dafür verantwortlich. Händlern zufolge blieben die Briten im vergangenen Monat beim Umsatz und der Margenentwicklung deutlich hinter den Erwartungen zurück.

          ZALANDO SE

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          Ein Börsianer betonte, der Schritt zeige, dass sich der Online-Handel der schlechten Stimmung im stationären Handel nicht entziehen kann - ein schlechtes Omen für Zalando. Das warme Wetter hatte in den vergangenen Monaten der Branche stark zugesetzt. Die Asos-Aktien brachen um mehr als 40 Prozent ein und rissen die Titel von Zalando mit in die Tiefe:

          Der Zalando-Aktienkurs stürzte um bis zu 17,8 Prozent ab und waren mit Abstand größter Verlierer im Nebenwerteindex M-Dax. Selbst Adidas im Dax, Puma und Hugo Boss, die Händlern zufolge nur bedingt mit dem Geschäft von Asos vergleichbar sind, wurden in Sippenhaft genommen - ihre Titel fielen um 4,8 bis 7,5 Prozent.

          H&M trotzt der schwachen Branche

          Die Aktien von H&M mussten ebenfalls deutlich Federn lassen, obwohl der schwedische Billigmodenkonzern von September bis November mehr Umsätze erzielte als vor Jahresfrist. Die Schweden wuchsen dabei so stark wie seit drei Jahren nicht mehr. Nach dem Schlussspurt zu Jahresende steht nun den vorläufigen Berechnungen zufolge für das Gesamtjahr ein Plus von rund 5 Prozent auf 210,4 Milliarden schwedischen Kronen in den Büchern.

          Hektische Börse: Wenn es hart auf hart kommt, ist ein ETF auch nur so liquide wie der zugrundeliegende Basismarkt, sagen Experten.

          Die H&M-Aktie verlor zuletzt mehr als 6 Prozent - allerdings hatte das Papier in den vergangenen Monaten auch rund 27 Prozent hinzugewonnen. Diese Kursrallye war vor allem durch Aktienkäufe von H&M-Boss Stefan Person angeschoben worden sowie vom Investmentfonds Interogo des Möbelhändlers Ikea. Damit hatte sich die H&M-Aktie erstmals seit vier Jahren sogar besser entwickelt als die des ewigen Konkurrenten Inditex.

          HENNES + MAURITZ B SK-125

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          Die gesenkten Gewinnaussichten von Innogy drückten die Aktien des M-Dax-Konzerns um rund zwei Prozent. Die geplante Fusion zwischen der Tochter Npower mit dem britischen Versorger SSE platzte und Innogy erwartet deshalb 2018 weniger Gewinn und 2019 höhere Belastungen. E.ON will das Vertriebs- und Netzgeschäft von Innogy übernehmen, sieht durch die geplatzte SSE-Transaktion aber keine grundsätzlichen Auswirkungen. E.ON-Titel waren mit einem Kursabschlag von 1,5 Prozent dennoch einer der größten Verlierer im Dax. SSE-Titel fielen in London um 1,3 Prozent.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.