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Börsenwoche : Die Unsicherheit ist zurück

Die Anzeigetafel mit der Dax-Kurve zeigt im Handelssaal der Frankfurter Börse einen Kursrutsch. Bild: dpa

Die Furcht vor der neuen Corona-Variante Omikron dominiert die Märkte. Doch auch die hohe Inflation und die Lieferengpässe setzen die Kurse unter Druck.

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          Dem tristen November folgt ein womöglich noch düsterer Dezember. Das Auftauchen der neuen Corona-Variante Omikron inmitten einer schon laufenden Corona-Welle schreckte die Menschen in der ganzen Welt auf. Auch die Wirtschaft fürchtet neue Lockdowns als Folge. Die Sorge vor der neuen Variante hatte den deutschen Leitindex Dax vergangene Woche auf Talfahrt geschickt. An der Börse war die Ernüchterung groß über ein zweites Weihnachtsfest, das wieder unter dem Vorzeichen Corona stattfinden würde. Nach dem Black-Friday-Kurssturz in der vergangenen Woche setzten sich die Turbulenzen auch in den vergangenen Tagen fort. Die Unsicherheit dominiert das Marktgeschehen.

          Am Dienstag gab der Moderna-Chef Stéphane Bancel der „Financial Times“ ein Interview, in dem er sagte, dass es vermutlich Monate dauern werde, einen Impfstoff herzustellen, der auch gegen Omikron wirke. Auf die Daten dazu, wie die aktuellen Impfstoffe gegen die neue Variante wirken, müsse man noch warten. Und auch der US-Pharmakonzern Regeneron Pharmaceuticals warnte davor, dass die Antikörpertherapie und andere vergleichbare Mittel gegen Corona weniger wirksam sein könnten gegen Omikron. Bisher seien Marktteilnehmer davon ausgegangen, dass die Pandemie-Situation in den Industrieländern beherrschbar und die daraus resultierenden wirtschaftlichen Risiken begrenzt blieben. Dieses Gefühl, so schreibt es Jan Viebig von der Oddo BHF in einem Marktkommentar, sei trügerisch gewesen.

          Die größte Gefahr gehe aktuell jedoch weiterhin von der inflationären Entwicklung auf den Gütermärkten und der entsprechenden Reaktion der Notenbanken aus, heißt es von Ufuk Boydak von der Loys AG in seinem Marktausblick. Der Chef der amerikanischen Notenbank Federal Reserve, Jerome Powell, hat in dieser Woche nun verlautbart, dass die Inflation wohl doch hartnäckiger sei als angenommen. Es wird nun geprüft, die Anleihekäufe schneller zu reduzieren – im Fachjargon auch Tapering genannt. Damit rückt eine straffere Geldpolitik näher, auch wenn Experten davon ausgehen, dass die Zentralbank vor dem Hintergrund einer nervösen Wirtschaft eher vorsichtig agieren werde.

          Corona, die hohe Inflation und die anhaltenden Lieferengpässe – all das setzte die großen Leitindizes international unter Druck. In Europa fielen dabei die Kursverluste zunächst stärker aus als in den USA. Zum Wochenschluss hat der Dax einen Erholungsversuch gestartet, beendet die Woche aber dennoch mit einem Minus.

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