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Wochenausblick an den Börsen : Dax hängt am Zins

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Das Börsengeschehen dürfte in dieser Woche auch von den Äußerungen der amerikanischen Notenbank geprägt sein. Bild: dpa

Auf zu alten Höhen oder nur eine Pause auf dem Weg zu neuen Tiefständen? Die Meinungen am Markt über die kommende Börsenwoche geht auseinander.

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          Mit einem Anstieg des Dax in der abgelaufenen Woche von rund 300 Punkten kann sich die Stabilisierung sehen lassen, war der Index in den drei Wochen zuvor doch um fast 1500 Punkte eingebrochen. Dies war der schärfste Rücksetzer seit zwei Jahren.

          „Nachdem die Aktienmärkte in den Vorwochen ein wenig durchgeschüttelt worden sind, trauten sich Anleger wieder Käufe zu“, fasst Claudia Windt von der Helaba die Gemengelage zusammen. Die Analystin glaubt jedoch nicht an ein Ende der Kursverluste. Deren Auslöser seien Inflationssorgen und Tendenzen einer Überhitzung der Konjunktur in den Vereinigten Staaten gewesen. Diese realen Warnsignale würden jedoch „beiseite gewischt und sogar als Ausdruck einer starken Wirtschaft interpretiert“.

          Mit Spannung dürften Investoren am Mittwoch die Einschätzung der amerikanischen Notenbank Fed zur aktuellen Lage beäugen. Immerhin ist die Fed als erste der großen Notenbanken auf einen etwas restriktiveren Kurs der Geldpolitik eingeschwenkt. An den Kapitalmärkten seien gegenwärtig etwas mehr als drei Zinserhöhungen in diesem Jahr in Amerika eingepreist, merkt die BayernLB an. „Der Konsens der Volkswirte erwartet in diesem Jahr insgesamt vier Zinsschritte“.

          Dow Jones

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          Steigende Zinsen aber könnten die Party an den Aktienbörsen vermiesen. Denn Anleihen gewinnen mit höheren Renditen im Verhältnis zu Aktien an Attraktivität. Auch verteuert sich mit steigenden Marktzinsen die Finanzierung der Unternehmen, was wiederum auf deren Profitabilität drückt. „Höhere Zinserwartungen scheinen die Anleger zu verschrecken“, sagt Stratege Craig Erlam vom Broker Oanda.

          Stratege Albert Edwards von der französchen Bank Societe Generale wirft in einem Marktkommentar die Frage, auf welches Niveau die Rendite zehnjähriger amerikanischer Anleihen steigen müsse, um die Aktienmärkte unter Druck zu setzen - und beantwortete sie gleich selbst: „Über 2,85 Prozent scheinen auszureichen, um Aktien absacken zu lassen“. Der Anstieg der Bonds in Amerika über dieses Niveau hatte am Monatsanfang den Ausverkauf an den Börsen ausgelöst.

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          Als Grund hierfür macht der Stratege vor allem ein groteskes Timing der Steueranreize von Präsident Trump aus. In eine Phase ohnehin steigender Zinsen hinein erhöhe eine stark steigende Verschuldung der Vereinigten Staaten den Druck auf die Fed, die Zinsschraube noch rascher anzuziehen. Dies aber könne sogar zu einem Kollaps an den Finanzmärkten in Amerika führen, warnte Edwards, der seit Jahren zu den kritischen Beobachtern der Geldpolitik der Notenbanken zählt.

          Derweil nimmt die Quartalsberichtssaison von Unternehmen ihren Lauf. In der neuen Woche lassen sich mit der Deutschen Börse, HeidelbergCement, der Deutschen Telekom, Henkel und ProSiebenSat.1 mehrere Dax-Konzerne in die Bücher schauen.

          Für Furore könnte am Donnerstag die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts über mögliche Dieselfahrverbote sorgen. Je nachdem, wie das Gericht entscheidet, könnten Kommunen weiter an Maßnahmen zur Luftreinhaltung gebunden sein - Diesel-Fahrverbote eingeschlossen. In diesem Szenario könnten die Kurse der Automobilhersteller unter Druck geraten.

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