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Momentum : Deutsche Aktien im Aufwind

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Die Börse in Frankfurt Bild: Reuters

Die deutschen Aktien zeigen sich am Dienstag erholt. Eine Reihe von Faktoren, vor allem aber ein positives Momentum gilt als Ursache.

          An den europäischen Börsen haben am Dienstag Schnäppchenjäger das Ruder übernommen. Nach den herben Verlusten der vergangenen Tage deckten sie sich wieder mit Aktien ein. Nach fünf Verlusttagen in Folge legte der Dax 1,5 Prozent auf 10.780,51 Punkte zu. Analyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader warnte aber vor zu viel Optimismus. „Mit dem Mangel an positiven Impulsen und den politischen Ereignissen im Vordergrund dürfte es für die Aktienmärkte schwer werden, eine nachhaltige Erholungsrally zu starten.“ Vor allem die Zurückeroberung der 11.000er-Marke im Dax werde schwer.

          Für etwas Zuversicht sorgten Hoffnungen der Anleger, dass es im Handelsstreit zwischen China und den Vereinigten Staaten doch bald zu einem positiven Ergebnis kommt. Auslöser für die Spekulationen war ein Telefonat zwischen Amerikas Finanzminister Steven Mnuchin, dem amerikanischen Handelsbeauftragten Robert Lighthizer und dem chinesischen Vize-Ministerpräsident Liu He. „Das Gespräch ist vor dem Hintergrund des ganzen Konflikts als positiv zu werden, allerdings warne ich davor, schon das Ende des Zollstreits auszurufen“, sagte Händler Stephen Innes vom Onlinebroker Oanda.

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          Knackpunkt an den Börsen blieb der Brexit, nachdem die britische Premierministerin Theresa May die für Dienstagabend geplante Abstimmung des Brexit-Vertrags im Parlament abgesagt hatte. Das Pfund, das in Folge dessen auf den tiefsten Stand seit eineinhalb Jahren abgetaucht war, verteuerte sich zwar um ein halbes Prozent auf 1,2635 Dollar.

          Neue Rücksetzer seien aber nicht auszuschließen, sagte Thu Lan Nguyen, Währungsspezialistin bei der Commerzbank. „Der Markt befürchtet, dass May mit dem Aufschub der Abstimmung – voraussichtlich auf Mitte Januar nächsten Jahres – vor allem kostbare Zeit verliert.“ Das Risiko für einen harten Brexit sei gestiegen. Geplant ist bislang, dass Großbritannien die Europäische Union (EU) am 29. März verlässt.

          Dow Jones

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          Volkswirte befürchten bei einem Brexit ohne konkrete Ausstiegspläne einen beträchtlichen Schaden für die britische Wirtschaft. „Das Wirtschaftswachstum des Landes könnte um durchschnittlich fünf Prozent einbrechen, wenn nicht gar um ganze acht bis zehn Prozent sollten andere Handelspartner wie die USA mit dem Abschluss eines Abkommens abwarten“, sagte Patrice Gautry, Chef-Volkswirt der Bank Union Bancaire Privee.

          Gefragt im Dax waren vor allem Tech-Werte, nachdem diese bereits an der Wall Street hoch im Kurs gestanden hatten. Wirecard und Infineon gehörten mit einem Plus von je gut zwei Prozent zu den Top-Favoriten.

          Spekulationen über eine baldige Kürzung der chinesischen Strafzölle auf in den Vereinigte Staaten produzierte Autos beflügeln die Kurse der europäischen Fahrzeughersteller. Der Branchenindex verdoppelte innerhalb kurzer Zeit seine Kursgewinne auf 3,1 Prozent. Die Kurse von BMW und Daimler, die in den Vereinigte Staaten Geländewagen herstellen und nach China exportieren, legten je 2,4 Prozent zu. Auch die breite Markterholung, die zyklische Aktien bevorteilt, gilt als Auftriebsfaktor.

          Als unterstützender Faktor wird auch genannt, dass die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten sich im Dezember überraschend verbessert haben. Wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) mitteilte, stieg der von ihm erhobene Indikator um 6,6 Punkte auf minus 17,5 Zähler. Das ist der zweite Anstieg in Folge. Allerdings gilt der Index als eher weniger zuverlässig.

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