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Angst vor Handelsstreit : Deutliche Kursverluste an Wall Street

  • Aktualisiert am

Besorgte Blicke bei Börsenhändler Peter Truchman Bild: AP

Am letzten Tag einer turbulenten Woche gerät die die Wall Street nochmal unter Druck. Zum Börsenschluss steht das schlechteste Ergebnis seit März zu Buche. Das hat vor allem einen Grund.

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          Die Angst vor einer Verschärfung des Handelsstreits mit China hat die Wall Street zum Wochenausklang fest im Griff. Nachdem sich die Lage am amerikanischen Aktienmarkt am Vortag letztlich noch etwas beruhigt hatte, gerieten die wichtigsten Indizes am Freitag einmal mehr stark unter Druck. Die Anleger misstrauten Börsianern zufolge den Bemühungen der Regierung in Washington, für Entspannung zu sorgen. Die Investoren vermissten konkretere Hinweise darauf, wie die drohenden Zollerhöhungen vermieden werden sollen.

          Der Dow Jones Industrial schloss 2,2 Prozent tiefer bei 24.389 Punkten. Damit belief sich das Minus des amerikanischen Leitindex in der wegen des Staatstrauertages für den verstorbenen ehemaligen 41. Präsidenten George H. W. Bush verkürzten Woche auf 4,5 Prozent. Dies ist der größte prozentuale Wochenverlust seit März.

          Historisch gesehen handelte es sich um 19t-größten Tagespunktverlust des Dow Jones. In Prozent war es allerdings nur Platz 803.

          Für den marktbreiten S&P 500 ging es am Freitag um 2,3 Prozent auf 2633 Punkte nach unten. Der Technologieindex Nasdaq 100 fiel um 3,3 Prozent auf 6613 Punkte.

          Der Konflikt um den chinesischen Tech-Riesen Huawei ist laut des Wirtschaftsberaters des amerikanischen Präsidenten Donald Trump, Larry Kudlow, kein Hindernis in den Handelsgesprächen mit China. Die Festnahme von Huaweis Finanzchefin Meng Wanzhou werde die Verhandlungen nicht beeinflussen, sagte Kudlow im amerikanischen Sender CNBC. Trump selbst hatte zuvor getwittert: „Die China-Gespräche laufen gut!“

          Besonders Tech-Aktien verlieren

          Aus Furcht vor einer Eskalation des Handelskonflikte hatte die Festnahme Wanzhous die Anleger zur Wochenmitte in die Flucht getrieben. Amerikanische Ermittler beschuldigten die Managerin, über eine Firma namens Skycom Geschäfte mit dem Iran gemacht und so Sanktionsrecht verletzt zu haben

          Der Aktienmarkt in den Vereinigten Staaten sei inzwischen auch charttechnisch betrachtet zusehends unter Druck, hieß es von technischen Analysten. „Allerdings besteht die Chance, dass sich die im Oktober begonnene Schwäche nur als Korrektur erweist und den Beginn einer überfälligen Seitwärtskonsolidierung markiert“, sagte etwa Hans-Peter Reichenhuber von der Landesbank BayernLB mit Blick auf den S&P 500.

          Derweil zeigte der Arbeitsmarktbericht für November einen überraschend schwachen Anstieg der Beschäftigung. Die Stimmung der amerikanischen Verbraucher aber hatte sich im Dezember entgegen den Erwartungen nicht eingetrübt.

          Im Dow verzeichneten alle 30 Indexwerte Verluste. Besonders hart traf es konjunktursensible Technologieaktien. So versammelten sich am Dow-Ende die Aktien von Microsoft, Cisco und Intel mit Abschlägen von jeweils rund 4 Prozent.

          Maloboro-Hersteller steigt bei Cannabis-Produzenten ein

          Um 0,4 Prozent nach unten ging es für die Aktien des Marlboro-Herstellers Altria , während die Papiere des kanadischen Unternehmens Cronos in den Vereinigten Staaten um rund 22 Prozent hochsprangen. Altria steigt in großem Stil bei dem Cannabis-Produzenten ein.

          Im Tauziehen um die Übernahme des Generikaherstellers Akorn errang der deutsche Medizinkonzern Fresenius einen Sieg. Das Unternehmen muss Akorn nicht übernehmen, urteilte ein Gericht. Damit wurde eine Entscheidung von Anfang Oktober bestätigt. Die Akorn-Anteilsscheine knickten um knapp 24 Prozent ein.

          Auch die Papiere von Big Lots rutschten in den Keller und sackten um rund 23 Prozent ab. Der auf Möbel und Einrichtungsgegenstände spezialisierte Einzelhändler hatte im dritten Quartal einen unerwartet hohen Verlust erwirtschaftet.

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