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Rohstoffmarkt : Australien erwartet fallende Preise

In Down under erwartet man bei Rohstoffen fallende Preise. Bild: dpa

Erz und Kohle werden billiger, weil China weniger Stahl kocht. Der Ölpreis aber legt weiter zu.

          Das Bodenschatzland Australien erwartet deutlich fallende Preise für Rohstoffe wie Eisenerz oder Kohle. „Die Preise für Rohstoffe fielen im letzten Quartal weiter. Sie dürften in diesem Fiskaljahr 2018 (30. Juni) um weitere 2 Prozent zurückgehen, und dann 10 Prozent im Fiskaljahr 2019, vor allem getrieben durch die Stahlzutaten Erz und Kohle. Es wird erwartet, dass die Nachfrage nach Stahl in China, dem weltweit größten Hersteller, zurückgeht“, erklärte Mark Cully, der Chefvolkswirt Australiens, am Montagmorgen.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Der durchschnittliche Preis für die Tonne Erz werde von 53 amerikanischen Dollar in diesem Jahr auf 49 Dollar 2019 fallen. Der Preis für Kraftwerkskohle sollte von knapp 100 auf 70 Dollar sinken. Der Ölpreis hingegen dürfte schrittweise zulegen. Seine Volatilität unterstreichen die Australier mit dem Hinweis auf seine Entwicklung in den vergangenen fünf Jahren: Seinen Höchststand markierte er Anfang Februar 2013 mit 119 amerikanischen Dollar je Fass (Barrel), seinen Tiefpunkt mit nur 28 Dollar Ende Januar 2016. Im Durchschnitt sollte der Preis für die Sorte Brent in diesem Jahr bei 56, im nächsten bei 59 Dollar liegen.

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          Australien selber scheint für einen Preisrückgang der klassischen Bodenschätze gut gepolstert: Bis zum Ende dieses Haushaltsjahres Ende Juni will die Nummer 13 der größten Volkswirtschaften einen Ausfuhrrekord im Wert von 214 Milliarden Australischen Dollar (140 Milliarden Euro) erzielen. Er soll getrieben werden vom wachsenden Export von Flüssiggas (LNG) und höheren Volumina bei Erz. Erst im folgenden Haushaltsjahr schlagen die fallenden Preise durch und der Erlös aus dem Gesamtexport dürfte auf 200 Milliarden Australische Dollar sinken. Die Erlöse aus dem LNG-Geschäft mit Asien dürften um 14 Milliarden Australische Dollar steigen, während diejenigen aus dem Verkauf von Erz und Kohle um 10 Milliarden Australischen Dollar fallen sollten.

          China produziert die Hälfte des weltweiten Stahls

          Drei weitere riesige Gasförderanlagen – Wheatstone von Chevron, Ichthys der Inpex Corp und Prelude von Shell – sind noch im Bau. Erz trägt rund 62, Kohle 55 und LNG 30 Milliarden Australische Dollar zur Ausfuhr bei. 78 Milliarden Australische Dollar beträgt der Exportwert der gelieferten Mineralien nach China, mit 36 Milliarden Australischen Dollar folgt Japan vor Südkorea mit 16,1 Milliarden Dollar. Unter dem Strich rechnet Cully mit einem Fall der Bodenschatzpreise um 12 Prozent bis Mitte 2019. Australiens Ausfuhr sollte in derselben Zeitspanne um knapp 6 Prozent zulegen.

          Für das Schmelzen von einer Tonne Stahl werden 1400 Kilogramm Erz und 800 Kilogramm Kohle benötigt. China produziert die Hälfte des weltweiten Stahls, gefolgt von Europa mit einem Zehntel. „Die Wachstumsgeschwindigkeit bei Produktion und Konsum wird sich in diesem und dem nächsten Jahr abschwächen, weil die schrittweisen Auswirkungen der Wirtschaftsreformen und die härteren Umweltregeln in China das Wachstum im Rest der Welt überlagern werden“, sagt Cully vorher.

          Die Hälfte des Stahlverbrauchs wandert in die Bauindustrie, 16 Prozent in den Maschinenbau. Mit 53 Prozent des Weltmarktes ist Australien der mit Abstand größte Exporteur des Bodenschatzes vor Brasilien mit 24 Prozent Weltmarktanteil und Südafrika mit 4 Prozent. 83 Prozent davon gehen nach China, 8 Prozent nach Japan und 6 Prozent nach Südkorea, das allerdings pro Kopf gerechnet den weltweit höchsten Verbrauch meldet.

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