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Zurück an die Börse : Das Comeback der Solaraktien

Das Wachstum des Unternehmens ist rasant. „Wenn die Chemiebranche anfängt, sich zu elektrifizieren, wenn wir grünen Wasserstoff wollen und immer mehr Elektroautos durch die Gegend fahren, dann brauchen wir sehr, sehr viel mehr Strom vor allem aus erneuerbaren Quellen, um die Klimaziele erreichen zu können“, sagt Goedhart. Eine Flächenknappheit dafür gebe es nicht, sagt der Manager, der früher mal Mitglied der Geschäftsführung des Sky-Vorgängers Premiere war und im Aufsichtsrat des Fußballvereins Hamburger SV sitzt.

Gerade hat sich Blue Elephant neue Flächen in Deutschland für Anlagen mit 300 Megawatt gesichert, die etwa 120 000 Menschen im Jahr Strom liefern werden. Das nötige Kapital könnte ein Börsengang bringen, über den in Frankfurt schon spekuliert wird. Von 150 Millionen Euro ist die Rede, die dem Unternehmen aus einer Kapitalerhöhung zufließen könnten bei kolportierten Börsenwertschätzungen von bis zu einer Milliarde Euro. Das erscheint angesichts eines Jahresumsatzes der Blue Elephant Energy AG von 82 Millionen Euro in 2020 recht viel. „Aber unsere operative Gewinnmarge von 74 Prozent bei niedrigem Risiko dürfte für Investoren interessant sein“, sagt Goedhart. Exklusiven Zugang zu Projekten mit 1300 Megawatt Leistung hat er sich schon gesichert, die in den nächsten Jahren entstehen werden. Die aktuelle Pipeline bevorstehender Projekte wird auf rund 1700 Megawatt beziffert, was mehr als eine Verdopplung der aktuellen Kapazitäten darstellen würde. Das rasante Unternehmenswachstum der vergangenen Jahre könnte sich also fortsetzen.

Gut planbares Geschäft

Der Unterschied zu den früheren, gescheiterten Solar-Aktien ist, dass es nicht um die Herstellung von Solarmodulen geht. Hier hat sich vor allem die chinesische Konkurrenz durchgesetzt. Jetzt geht es um den möglichst effizienten Betrieb der Anlagen, gute Kontakte zu Projektentwicklern, Finanzierern, Energieanbietern, Regierungen, um solide, wasserdichte Verträge und damit letztlich ein gut planbares Geschäft. In seinen Jahren bei Encavis haben Goedhart und sein Team gezeigt, dass sie das können. Auch die Jahre seit der Gründung 2016 von Blue Elephant deuten in dieselbe Richtung, zumal mit den Familien Wacker und Jahr sehr renommierte Geldgeber hinter den Projekten stehen.

Das ist natürlich keine Garantie für einen Selbstläufer am Aktienmarkt. Eine solche Garantie gibt es nicht. Viele Fondsmanager werden sich die Aktie aber näher anschauen, sollte sie tatsächlich an den Markt kommen. Immer mehr Anleger wollen nachhaltig und grün ihr Geld anlegen, und bei wenigen Aktien fällt die Argumentation leichter, sie ins Depot aufzunehmen als bei einem Solarparkbetreiber. Wobei Blue Elephant (Mitgründer und Geldgeber Peter-Alexander Wacker mag die Eigenschaften von Elefanten und hat schon mehrere Unternehmen entsprechend getauft) in kleinerem Rahmen auch Windanlagen betreibt. „Der Wind ist nicht so gut planbar, und die Themen optischer Störeffekt, Schall, Schattenwurf und Vogelflug sorgen für mehr Diskussionen“, sagt Goedhart. Baureife Projekte an Land nimmt Blue Elephant dennoch gerne ins Portfolio. „Wenn wir die Energiewende hinbekommen wollen, brauchen wir beides, Wind und Sonne.“ Und wenn es windstill und dunkel ist? „Diese Dunkelflaute haben wir vielleicht an sechs bis sieben Tagen im Jahr, dafür braucht es als Ergänzung flexible Gaskraftwerke. Wir haben aber viel mehr Tage, an denen wir unseren Strombedarf schon zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien decken.“

Und Goedhart mahnt, den technischen Fortschritt nicht zu unterschätzen. „Das Thema Speichern wird massiv kommen, wir werden auch Speicher an unsere Solarparks hängen, wahrscheinlich bald zuerst mit einem Pilotprojekt in den Niederlanden, und dann macht die Versorgung aus Wind- und Solarstrom noch mal einen Sprung nach vorne.“ Aber erst mal könnte Blue Elephant der Sprung aufs Parkett gelingen und die rar gewordenen Erneuerbare-Energien-Aktien wieder etwas mehr aus dem Schatten holen.

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