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Fonds machen dicht : Der Krypto-Kursverfall frisst seine Kinder

Die fetten Wochen sind vorbei: Der Bitcoin-Kurs erreicht immer wieder neue Tiefpunkte seit der Wertexplosion im Herbst 2017. Bild: dpa

Viele Digitalwährungen leiden seit einiger Zeit an massiven Wertverlusten. Nun machen die ersten Fonds dicht, die auf Kryptogeld gesetzt hatten. Doch auch neue Anbieter tauchen auf.

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          Wie gewonnen, so zerronnen: Nachdem der Kurs der Digitalwährung Bitcoin bis Jahresanfang auf bis zu 19.000 Dollar gestiegen war, ging es seitdem eigentlich durchgehend bergab. Am Donnerstag hat die Währung zeitweise auf nur noch 6650 Dollar notiert. Das hat auch abermals fast alle anderen Digitalwährungen in die Tiefe gezogen: Ether kostete zeitweise nur noch 370 Dollar, Ripple notierte auf nur noch 0,48 Dollar. Der gesamte Markt für Kryptowährungen ist von einst 830 Milliarden Dollar auf nur noch knapp 250 Milliarden Dollar eingebrochen.

          Franz Nestler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Da erscheint es nur logisch, dass mittlerweile auch die Fonds, die auf Kryptowährungen gesetzt haben, in arge Probleme gekommen sind. 167 Fonds sind allein im Vorjahr gestartet mit dem Versprechen, mit Kryptowährungen Geld zu machen. Doch die Nachfrage hat nachgelassen, und die Gewinne versiegen. Mindestens neun Hedgefonds wurden schon komplett geschlossen – die meisten klammheimlich. Ihre Internetseiten haben sie gelöscht und ihre Präsenz von den sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter entfernt. Andere wie „Alpha Protocol“ schrieben auf ihrer Internetseite: „Angesichts der potenziellen regulatorischen und Marktrisiken hat Alpha Protocol entschieden, dass der beste Ansatz darin besteht, die Beteiligten aus dem privaten Verkauf auszuzahlen.“

          Betrügereien in Südkorea

          Gewinne von mehr als 1000 Prozent bei einigen Fonds trugen im Vorjahr dazu bei, dass Bitcoin ein riesiges Thema in den Medien wurde und sich auch auf Gartenpartys darüber unterhalten wurde. Doch dieses Jahr verlief miserabel. 2018 wurde bereits ein Verlust von 23 Prozent eingefahren, glaubt man dem Eurekahedge Crypto-Currency Hedge Fund Index. Bis zum Jahresende könnten bis zu zehn Prozent aller Kryptofonds geschlossen werden, meint Lex Sokolin, zuständig für die Fintech-Strategie bei Autonomous Research. Rick Marini – Gründungspartner von Protocol Ventures, das in Kryptofonds wie Multicoin und Polychain investiert – geht davon aus, dass lediglich 50 Fonds genug Anlagekapital beschaffen können, um sich nachhaltig am Markt zu halten. Aktuell gibt es 226 solcher Fonds.

          Erklärvideo : Was ist eine Kryptowährung?

          Doch selbst wenn die Preise fallen, wie aktuell, tauchen immer neue Fonds auf. Allein dieses Jahr wurden schon wieder 20 gegründet. Die Optimisten setzen auf die technologische Strahlkraft der Blockchain und ihrer angeschlossenen Digitalwährungen. Marini erzählte kürzlich der Nachrichtenagentur Bloomberg, dass er täglich im Schnitt drei E-Mails von neuen Krypto-Hedgefonds erhält.

          Auch von Betrügereien wie aktuell in Südkorea lassen sich die Enthusiasten dann nicht abschrecken. Vier Verdächtige wurden dort festgenommen, weil ihnen Veruntreuung von Kundengeldern vorgeworfen wurde. Unter den Festgenommen befindet sich auch der Chef von Coinnest, der fünftgrößten Internetwährungsplattform des Landes.

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