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Bis zu 13 Prozent Verlust : Kurseinbruch bei Börsenneuling Westwing

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Der größte Eigner Rocket Internet lässt seine Beteiligung an Westwing auf knapp 23 von 30 Prozent abschmelzen. Bild: Reuters

Der Start auf dem Parkett ist für Westwing alles andere als positiv verlaufen: Die Aktie des Online-Möbelhändlers verliert bis zu 13 Prozent auf 22,51 Euro. Damit nimmt das Unternehmen durch die Emission weniger ein als erhofft.

          Das Börsendebüt des Online-Möbelhändlers Westwing ist misslungen. Zwar lag der erste Kurs am Dienstag mit 26,49 Euro noch über dem Ausgabepreis von 26 Euro. Doch dann gingen die Papiere an der Frankfurter Börse auf Talfahrt und stürzten um bis zu 13 Prozent auf 22,51 Euro ab. Am Mittag lagen sie mit 23,29 Euro nur knapp über dem unteren Rand der Preisspanne, die von 23 bis 29 Euro gereicht hatte. Damit droht der Erlös aus der Emission für das junge Münchner Unternehmen um bis zu 18 Millionen Euro geringer auszufallen. Denn wenn die Aktie unter den Ausgabepreis rutscht, kaufen die begleitenden Banken Aktien aus der Platzierungsreserve (Greenshoe), um den Kurs zu stützen.

          Mit dem Emissionserlös - 114 bis 132 Millionen Euro - will Westwing die Internationalisierung finanzieren. Das 2011 gegründete Unternehmen gehört nach dem Börsengang noch zu knapp 23 Prozent dem Startup-Investor Rocket Internet, der sich, wie die anderen Alteigentümer, zunächst nicht von Westwing-Aktien getrennt hat. Westwing bietet seinen Kunden auf seiner Internet-Plattform ausgewählte Möbel und Accessoires an und erwirtschaftete damit im vergangenen Jahr 220 Millionen Euro Umsatz. Initiatorin war die ehemalige „Elle“-Redakteurin Delia Fischer.

          Westwing ist der erste Börsenkandidat in diesem Herbst, der es an den Frankfurter Aktienmarkt geschafft hat. Am Freitag folgt der Bremsenkonzern Knorr-Bremse, dessen Firmensitz kaum 300 Meter von der Westwing-Zentrale entfernt liegt. Das Traditions-Unternehmen hatte seinen Investoren signalisiert, dass es seine Aktien zwischen 78 und 80 Euro und damit etwa in der Mitte der Preisspanne von 72 bis 87 Euro ausgeben wird. Damit könnte Knorr-Bremse-Eigentümer Heinz Hermann Thiele, an den der gesamte Erlös der Emission fließt, bis zu 3,9 Milliarden Euro einnehmen. Damit wäre Knorr-Bremse der zweitgrößte Börsengang in Deutschland in diesem Jahr nach Siemens Healthineers mit 4,2 Milliarden Euro. Die Zeichnungsfrist endet am Mittwoch.

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